Wäscheleine

Vermutlich ist euch der endlose Report über fehlende Pakete schon genauso gegen den Strich gegangen wie mir, hier erfährt ihr über die Dinge die ich sehnsüchtig erwartet habe. Und ich kann mit Fug und Recht behaupten nicht untätig gewesen zu sein.

Tinder für Audiophile

Kontakte Pflegen geht zwar heute fast überall mit dem Handy, aber für uns Musikliebhaber bleibt nichts anderes übrig als Hand anzulegen, damit sich der Höhepunkt musikalischer Wiedergabetreue einstellt. Kontakte, also alle Steckverbindungen vom Cinch-Stecker des Plattenspielers (der übrigens Sindsch ausgesprochen wird und weder Tschintsch noch Zinsch; man sagt ja auch siti zur Stadt) , CD-Players oder Streamers über Vor-Endstufen-Verbindung bis Anschluss der Lautsprecherkabel an Verstärker und Boxen haben die unangenehme Eigenschaft mit der Zeit zu korrodieren, d.h. die Luft reagiert chemisch mit dem Metall und zersetzt es an der Oberfläche bzw. eine Patinaschicht auf Kupfer färbt und – viel wichtiger hier- verschlechtert die Leitfähigkeit.

Also gehts ans Putzen, das aber Gottseidank sehr einfach ist: Mehrmals ein und ausstecken, dabei eventuell etwas drehen bei kreisrunden Steckern mit einem Mitteldorn. NIE drehen bei DIN- oder SVHS-Steckern, auch XLR werden beleidigt vom Drehen bei ein und ausstecken. Also ALLE Stecker monatlich einmal abziehen und mehrmals aus-und anstecken, dann hört man wieder besser Details

Lautsprecher-Buchsen austauschen

Nimmt Bananenstecker, Spades oder Draht direkt an.
Exzellente Ausführung mit passendem Gewinde.

Wer wie ich eher sehr alte Lautsprecher sein eigen nennt, wird sich darüber grämen, dass die Kontakte mit dickeren Lautsprecherkabeln nicht so recht klappen wollen und die einfachen Bananenbuchsen nicht wirklich fest den Stecker umarmen. Im Fachhandel gibts tolle Lautsprecherbuchsen zu kaufen , meist ist es auch einfach sie auszutauschen, bei mir wars Methode Schlag mit dem Schraubenzieher aus dem Holz heraus. Das kostet nicht die Welt und bringt deutlichen Gewinn an Halt und ungehindertem Detailreichtum. In meinem Fall sogar Rhodium-beschichtet, 4 Stück um wohlfeile 15€

Woher kommt die größte Verunreinigung?

Manch einer wird sich schon gewundert haben, wozu die Wäscheleine als Beitragsbild dient, nun als anschauliches Beispiel der Zusammenhänge. Wenn wir von Stromversorgung reden bei allen Geräten die uns helfen Hifi zu geniessen, können wir uns das so vorstellen wie eine Wäscheleine. Die Wäsche ist das musikalische Geschehen mit groben, feinen und ganz feinen Mustern. Gehalten wird das von einer Leine oben , die das Spannungspotential unseres Netzteiles darstellt, stehen tut das ganze auf der Erde, also Ground. Die Leine MUSS in unserem Beispiel sehr stabil sein, damit nichts zittert und wir die feinen Muster erkennen können. Auch der Boden muss fest und untadelig sein. Verschmutzung des Stromes wirkt sich aus, als würden wir mit dem Finger an der Leine rubbeln, die ganze Wäsche drunter kommt ins Zittern. Aufmerksame Leser erinnern sich, dass ich schon vor Jahren erzählt habe über die State of the Art – Digitalanalog Wandler mit bis zu 7 Netzteilen, um größtmögliche Stabilität zu erzielen.

Zuerst die Stromkabeln schirmen …

Am Anfang der Audio-Hygiene haben wir dafür gesorgt, dass keine Einstrahlungen von unabgeschirmten Netz-Kabeln in die Geräte gelangen. Der Verteiler ist natürlich auch aus Metall, sonst nutzt das Metallgehäuse des Verstärkers recht wenig. Mittlerweile bin ich aber durch die intensive Beschäftigung mit Streaming, DACs und anderen Digitalien auf eine weitere Verseuchung gestoßen. Achtung , jetzt heisst es stark sein: Das Ethernet muss gepflogen werden.

Die neue Lebensader ist verschmutzt

Ethernetkabel bunt
Ethernet CAT5 , das gängigste Kabel zwischen Modem und Geräten wie zB Streamer, TV, DAC.

Ethernet: Für jene die nicht ganz so firm sind in Kommunikationstechnik: Das ist die Kabelvariante von WiFi ( oder W-Lan wie wir in Österreich auch sagen). LAN ist das lokale Netzwerk, das unsere Geräte mit dem Internet oder untereinander verbindet. Die Kabel sind genormt, und in CAT 5 bis 8 eingeteilt. CAT5 ist einfach abgeschirmt und kann Signale bis 100 Mhz übertragen, bei CAT 7a sind alle Leiter einzeln abgeschirmt und Übertragungsfrequenzen bis zu 1000 Mhz möglich. Wer jetzt meint Signale sind digital und entweder 100% OK oder nicht, dürfte in den Anfangszeiten des Digitalglaubens stecken geblieben sein. Das allerdings auch die Verteiler von Digitalsignalen, also Modems und Hubs deutlichen Einfluß auf Klangqualität haben, war mir bis vor kurzen auch nicht so bewußt.

Wieder ist es der Strom der „es bringt“ oder nicht.

Mein erster Versuch dem Ethernet Gutes zu tun, war ein Isolator, der für galvanische Trennung zwischen Internetmodem und HiFi-Anlage sorgen würde. Von Artistic Fidelity, einem kleinen deutschen Studioausrüster gibts so ein Teil, in der Kopfhörerboutique kann man sich das ausborgen.

Ethernet-Isolator GISO
GISO Isolator für Ethernet

Zumindest in meiner – damaligen- Konfiguration war der Effekt zwiespältig. Jawoll, bessere räumliche Darbietung, offener in allen Richtungen, aber auch schärfer als ohne. Nun will ich aber nicht 250.- € investieren, wenn mein Klang dafür an Aggressivität zunimmt, auch wenn er besser im Raum verteilt ist. Also weiter beim Suchen. Meister Pohnitzer, der Mann in der Kopfhörerboutique empfahl meinen Ethernet-Hub vom Schaltnetzteil zu befreien und mit iFi- Linearnetzteil zu bestücken. Kostet 49.- statt 249.- ! . Und wirklich, damit war fast die gleiche räumliche Verbesserung und keine Zunahme an Zischlauten zu erwirken, alles in allem also voller Erfolg für Geldbörse und Ohren.

Schaltnetzteil-Exorzismus

Wenn einmal ein bestimmter Nachteil gefunden ist, bringt natürlich die Ruhelosigkeit audiophilen Daseins mit sich, dass gleich alle gleichartigen Feinde dingfest gemacht werden. Und so begann die Suche nach Linearen Netzteilen für 12 V ( das UPC-Modem), und 5 V ( andere Komponenten mit Stecknetzteil der geschalteten Sorte). Das große Komponentenmeer von AliExpress bot mir ein ULTRA-LOW-Noise Doppelnetzteil an, mit dem ich zwei Probleme gleichzeitig lösen könnte. Die endlose Geschichte des Transportes habt ihr ja mitgekriegt, auf alle Fälle war vorgestern dann Tag der Erlösung.

3 Varianten einen Ethernet-Hub zu versorgen, Schaltnetzteil – Low Noise iPower von iFi – Ultra Low Noise aus China.

Und ehrlich gesagt hätte ich nicht erwartet, das noch einmal alle Klangeigenschaften veredelt wurden. Feinere Ziselierung von Streicherklängen, komplexe Chöre oder Schlagzeugbeserln gewannen an Definition, Tiefenstaffelung noch mal etwas klarer, mehr stabil saftiger Output aus den Boxen. Und da ich mittlerweile überzeugt bin, dass der Ethernet-Isolator nur den Fehler bzw. die Aggression des Schaltnetzteiles verdeutlicht hat, wär natürlich jetzt der Zeitpunkt für weitere 249.- € Investition.

Vielleicht ein guter Zeitpunkt darauf hinzuweisen, dass Ihr eure Anerkennung für die ganze Arbeit auch in echt ausdrücken könnt, am einfachsten über Paypal. Für konservativere findet sich die Kontonummer auf der Kontaktseite. 50 Freunde a la 5 € zB ergeben demnächst einen weiteren Report zum Thema Giso.

PS: Das Einfachste hätt ich fast vergessen

Schukostecker zum Reinigen des Stroms

Geburtstag ist für HiFi-Fans eine gute Gelegenheit die Anlage mit relativ geringem Aufwand zu verbessern. Eine gut gepflegte Wunschliste beim Online-Giganten auch, gekauft wird aber natürlich wenn es irgendwie geht im heimischen Fachhandel. Und der hat hoffentlich einen iPurifier im Hause. Der iPurifier sieht aus wie ein einfacher Schukostecker ohne Kabel. Er hat zwei Leuchtdioden, die Bescheid geben ob Phase und Erdung OK sind. Und er hört in die Stromversorgung hinein, sobald er einen leeren Platz im Verteiler oder Nebensteckdose gefunden hat. Was er hört ist ein dicker 50 Hz Ton, der ist gut, alles andere mit viel höherer Frequenz ist böse. Und das wird Phasenverkehrt wieder zurückgemischt: Voila – ein bis zu 40 dB besserer Störabstand ist die Folge. Dh: Auch der iPurifier nimmt Kratzigkeit weg, schenkt ein paar Meter nach hinten in der Raumabbildung und löst die feinen Obertöne der Violinen einzeln auf. Probieren geht über studieren, hört JEDE/R solange die Anlage halbwegs was taugt. Und Danke an die Tochter für das Geschenk, und an den Sohn für geniale Literatur dazu 🙂