Teil 5 am Ende der Geschichte

Zugegeben, der Titel ist etwas schärfer ausgefallen. Allerdings gibts nicht nur einen, sondern viele Gründe dafür. Und allen ist eines gemeinsam, nicht das „Personal“ der Post ist schuld, es sind systemische Fehlleistungen der Extraklasse, für die also das Management verantwortlich ist. Ähnlich wie bei den ehemaligen Schwesterfirmen BOB oder A1, auch T-Mobile ist kaum besser. 

Beginnen wir bei Fall 1: Ein recht günstiger Panasonic Camera-Body sticht mir ins Auge auf Willhaben.at, kurzes Mail an den Verkäufer in Semriach bei Graz über die Willhaben-Plattform und die Kamera wird per Nachnahme mit der Post auf den Weg geschickt. Am Dienstag den 11. Juni. Von Graz nach Wien braucht ein Auto etwa 3 Stunden, ein Lastwagen meinetwegen 4, mit Handling und allem drum und dran sagen wir 3 Tage. Ab 11. Juni aber liegt das Paket laut Tracking noch immer im Verteilerzentrum. Nach drei Tagen denk ich mir, da stimmt was nicht und sende per post.at Website eine Anfrage, wo denn das Paket bleibt. Schon nach 24 Stunden kommt ein (automatisch versandtes) Mail zurück dass die Post wegen „hohem Eingang an Kundenanfragen“ etwas überlastet ist und Geduld gefragt ist.

Nun gestehe ich dass Geduld NICHT mein zweiter Vorname ist, der Grund wird gleich viel klarer.

Der Kundendienst am Telefon

„Ihr Paket ist im Verteilerzentrum Graz „ 

„Das weiss ich , aber wieso schon tagelang?“ 

Das wissen wir nicht, da müssen sie eine Nachforschung beantragen“ 

„Habe ich schon gemacht“ 

„Wir haben aber keine Nachforschungs hier im System“ 

„Das finde ich interessant, sie haben nämlich sogar drauf geantwortet“ 

„Das war aber keine Nachforschungsantrag , sondern ein E-Mail“ 

Nun bin ich ja ein hilfsbereiter Consulter und immer bereit den Leuten was beizubringen, also weiter im Text: 

„Ich darf Ihnen einen Tip geben: Ihre Webseite verschickt offenbar Mails , wenn man ein Formular ausfüllt und absendet“ 

„Das ist trotzdem kein Nachforschungsantrag , den müssen sie in der Filiale Pilgramgasse einbringen“ 

Filiale Pilgramgasse ?? Of all places ? Jener Ort an den die Hilflosigkeit der Angestellten nur von ihrer Inkompetenz übertroffen wird? Nun denn: 

Heiteres aus der Filiale

„Grüß Gott ich möchte eine Nachforschungsantrag stellen zur Sendung xxxyyyzzz“ 

„Name und Adresse des Absenders ?“ 

„Den weiss ich gar nicht, aber sie haben ja die Tracking Nummer, da sollten sie auch wissen wer abgesendet hat, oder?“

„Das wird von uns nicht erfasst“ 

„Ich kann Ihnen gerne meine Adresse geben , ich wäre der Empfänger wenn das Paket kommt“

Als Empfänger können sie gar keinen Nachforschungsantrag stellen, das kann nur der Absender“ 

Spätestens hier schwillt nicht nur der Hals zu neuen Dimensionen, sondern man beginnt sich zu wundern welcher „Hirnannahmeverweigerer“ dieses System entworfen hat. Der Empfänger wird erfasst, aber der nicht erfasste Absender muss den Antrag stellen.

„Ich hätte die Telefonnummer des Absenders“ 

„ Ich brauch aber die Adresse“ 

Nächster Tip für Lernwillige:  „ Wie wäre es mit dem Telefonbuch ? Mittels Reverse Search lässt sich dort vielleicht was finden?“ 

Heureka , der Antrag wird im Namen des Absenders gestellt und ich werde angeblich auch verständigt. 

„Wie werde ich verständigt?“ 

„ Per Fax oder Brief“ 

„Werte Dame, ich habe schon seit Jahren kein Fax mehr, aber darf ich die Erfindung des E-Mails in Erinnerung rufen ?“ 

„Ist nicht vorgesehen“ 

Seither vermeldet mir die post.at Sendeverfolgung, dass mein Paket voraussichtlich am 12. oder 13. Juni zugestellt wird. Alleine die Tatsache, dass jemand im Management zulässt, dass eine Webseite dem p.t. Kunden die Sendung „vorraussichtlich vor ein paar Tagen“  zustellt, fällt sogar in der  Programmierer-Volksschule durch. 

Warum mich die Sache so aufregt? Weil ich es für absolut unzumutbar halte, dass ein Management Team unter einem Doktor Diplomingenieur, der bereits in der Telekombranche  Unternehmen verschlimmbessert hat, ungestraft so lange kaputtspart, bis alle Kunden in den Wahnsinn getrieben werden; Mitarbeiter angehalten sind verärgerten Kunden auf Nachfrage systematischen Unsinn zu entgegnen. Mein Postler in der Franzensgasse ist seit Jahrzehnten  super in seiner Leistung, der Paketzusteller in unserer Gegend ebenfalls, aber damit scheint es schon aus zu sein. Mir ist niemand bekannt der nicht beim Nennen des Ausdruckes POST spontan 3 – 5 Geschichten von schwachsinnigen Kundenumgang heraussprudeln würde. 

Der Trick mit dem Zollerstellungsprozess

Ein zweites Paket von mir aus China wurde innerhalb von 10 Tagen in China abgeschickt , zur Luftfracht gebracht und nach Österreich verschickt. Seit WOCHEN vermodert es nun im „Zollerstellungsprozess“ . Und bitte keine Entschuldigungen a la Urlaubszeit. JEDER Betrieb muss Urlaubszeiten abfedern, es ist keine Riesenüberraschung dass im Juni Juli und August voraussichtlich mehrerer Mitarbeiter ihren Urlaub konsumieren wollen. Haben sie heute kein Brot ? Keine Mich ? Gibts nix zu essen, weil der Billa plötzlich draufkommt es könnte ja Urlaubszeit sein? NATÜRLICH NICHT, das dortige REWE Management kann ein paar Wochen im voraus denken. Die Post offenbar nicht. 

Damit der Hattrick voll wird: Ein drittes Paket, dass Amazon binnen 2 Tagen von Deutschland direkt in mein Postkastl gebracht hat, wird laut Tracking der österreichischen Post demnächst zugestellt. 

Mich wundert wie lange die Post mit diesem Nichtservice noch durchkommt. Private Firmen hätten schon mehrere Vorstände ausgetauscht, und über andere Betriebe gäbe es schon Artikel ohne Ende in den kritischen Magazinen a la Falter und Profil . 

Auch der Zoll ist .. nicht toll

Ergänzung vom 5 Juli

Nachdem mein zweites Paket seit 17. Juni im Zollerstellungsprozess ist laut Tracking der gelben Staatsmacht habe ich versucht beim Zollamt Wien anzurufen . Die Telefonnummer 05 7767 24207 ist völlig wertlos, da dort nach Erfahrungsberichten von Tante Google sowieso nie jemand abhebt. Das wissen sogar die Kollegen in Villach, bei denen Kunden nachfragen können in allgemeinen Zollfragen. „Jo, mir hom schon oft gehört, dass do niamand obhebt. Oba leida können mia a nix mochn“ Mit einer Bewertung von absolut untragbar würde jeder normale Betrieb sofort in Konkurs gehen. Nächste Woche rufe ich dann die Vorständin des Zollamts Wien an, schauen wir einmal was die zu sagen hat.

Das Zollamt Wien im Urteil der Kunden auf Google

Nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil … was den Zoll betrifft, nicht die Post.

Ergänzung vom 9 Juli

Habe heute wie angekündigt mit dem Vorstand des Zolls telefoniert, und muss sagen bin sehr positiv beeindruckt. Frau Vorstand weilt zwar auf Urlaub, aber ihre Assistentin war großartig. Sie hat mich darüber aufgeklärt, dass Tracking Aussage „im Zollerstellungsprozess“ gar nicht bedeutet, dass mein Paket schon beim Zoll ist, sondern vielleicht noch gar nicht übergeben wurde. Dass die oben genannte Telefonnummer NICHT zum Zoll gehört, sondern zum Postbereich der dem Zollamt vorgeschalten ist. Also hebt die Post nicht ab, und braucht – vielleicht – die Post wochenlang, bis sie ein 1 kg Paket vom Spediteur zum Zollamt bringen. Ich halte euch auf dem Laufenden. Der “ Nachforschungsantrag“ bezüglich des Paketes aus China wurde von den Postlern übrigens abgelehnt, weil ich ja nicht der Absender bin. Cher Iris vom CONVENIENT LIFE SUPERMARKET in Guangdong wird sich darum kümmern. Die haben übrigens 96,7 % positive Bewertung , nicht 98% negative wie die Postler vom AZW.

Plötzlich geht doch was …

Ergänzung vom 12 Juli

Kaum erkundigen sich meine neuen Freunde beim Zoll im vorgelagerten Postamt, plötzlich ändert sich der Eintrag beim Tracking und eine Verzögerung wird angezeigt, wegen fehlender Papiere. Mein Nachforschungsantrag wurde zuvor noch abgelehnt wegen Unzuständigkeit von mir als Empfänger; jetzt aber hab ich sogar einen Brief bekommen mit Monierung fehlender Unterlagen wie Rechnung und Bezahlungsnachweis. Und man glaubt es kaum, sogar E-Mails werden angenommen als Antwort. Die E-Mail Adresse steht zwar gut versteckt, aber es geht trotzdem was weiter bei den Stempelrittern.

Und für den Fall dass jemand nun sagt, die Armen haben ja derzeit 30 000 Pakete liegen im Postamt und es werden jedes Jahr mehr !! Was glauben sie wieviel Pakete in Guangdong liegen ? Wer das Geld hat Konkurrenten auszukaufen, damit die Österreicher gar keine Wahl mehr haben und sich wochenlanges Abliegen von Paketen gefallen lassen MÜSSEN, sollte auch ein paar Mitarbeiter mehr einstellen können, um den zu erwartenden Job zu erledigen , so einfach wäre das.

Also schaun mir einmal wie es weiter geht, ich halte euch informiert …

Es wird immer toller bei der Post 🤣

Ergänzung vom 17. Juli

Erinnert ihr euch noch an die verschwundene Kamera? Die aus Semriach bei Graz? Heute hat der Absender die Benachrichtigung bekommen, dass ihm die 200€ Nachnahme demnächst überwiesen werden von der Post. Wegen verloren und so. Gleichzeitig ist ein Paket angekommen !!! Ähh, eher zurück gekommen. Und erraten, da ist die Kamera drinnen, aber die ursprüngliche Beschriftung sieht eher eigenartig aus.

Den Absender hab ich geschwärzt, den Rest die Post 🙂

Ich bin mir sicher die Xperten der Post können den Strichcode lesen und herausfinden wo denn das Packerl auf Sommerurlaub war, bevor es zurückgeschickt wurde. Mein Tracking der ursprünglichen Seriennummer sieht das Paket übrigens nach wie vor im Verteilerzentrum in Graz. Und das dritte Paket wartet wegen fehlender Zollpapiere, die ich vor 5 Tagen per E-Mail übermittelt habe. Bin mir sicher der Postvorstand bekommt eine ausserordentliche Prämie heuer, weil er alles so gut im Griff hat. Mit hin- und herschicken und tracken und so… Stay tuned 🙂