Heute darf ich mir einmal etwas erlauben, was die Fachsprache „Rant“ nennt. Eine Schimpftirade auf den Berufsstand der ungebremsten Optimierer. Die uns das Leben wirklich schwer machen. Wir sprechen zB. von Tesa, Alufix und anderen mehr. Pharmafirmen und Lachhersteller zählen auch dazu. 

Was macht ein Optimierer

Vereinfacht ausgedrückt, er versucht Kosten zu sparen. Und nachdem heutzutage die meisten Dinge maschinell hergestellt werden, Arbeitszeit also mehr in den Hintergrund rückt, geht es um Materialverbrauch. Im Falle von Klebebändern und Alufolien – für die als Markennamen Tesa und Alufix bei uns in Österreich gebräuchlich sind – bedeutet das, man macht das Zeug dünner. Dadurch spart man Gewicht, bringt mehr Meter auf eine kleinere Rolle und ähnliches. 

Qualitätslkontrolle fehlt. 

Klebeband ohne Anfang
Beim Papier grad noch sichtbar, beim Paketband nicht mehr

Früher gab es aber in Firmen eine Qualitätskontrolle, und zwar eine Anwenderbezogene Qualitätsprüfung. Kann man die Bänder noch nützen? Findet man den Anfang, nachdem der erste Streifen abgeschnitten wurde, reisst das Band bevor man es aufgebracht hat usw. Diese Funktion haben die Optimierer auch eingespart. Und zwar die dummen. Daher quält man uns Kunden mit Tixoband, dessen Ende NIE zu finden ist, weil es soooo dünn ist. Versucht man dann mit scharfem Messer den Anfang zu finden, ergibt das eine Kerbe, an der bei der nächsten Umdrehung das Klebeband einreisst und sich in mehrere Bänder aufteilt. Paketbänder werden selten länger als 30 cm, weil schon wieder abgerissen ist, was eigentlich zusammenhalten soll. Bei Alufolien genau das Gleiche. Es reisst überall ein , wo es nicht einreissen soll, der Anfang ist niw zu finden, bei „modernen“ Varianten nicht einmal der erste. Und wir kunden sind den zumeist monopolistisch auftretenden Herstellern ausgeliefert, oder haben sie schon einmal eine Alternative zu Alufix gefunden? Falls ja , und falls die so dick ist, dass man sie auch ohne Tobsuchtsanfall benutzen kann, bitte dringend um Nachricht in den Kommentaren. 

Die Multisprachen-Optimierungs-Koffer. 

10 Sprachen auf 1 Dose, kein Problem??

Für nicht österreichisch sprachige Leser: Armleuchter im Titel steht hier nicht für Kerzenständer, sondern für ein Schimpfwort, mehr dazu hier (https://de.wikipedia.org/wiki/Armleuchter) . Das gleiche gilt hierzulande für Koffer, hat mit Reisen nichts zu tun, eher mit Mangelerscheining an Intelligenz. Die Multisprachen-Optimierer versuchen nämlich Beschreibungen auf Verpackungen in mindestens 10 Sprachen unterzubringen , um ein und das selbe Produkt in ganz Europa oder darüber hinaus versenden zu können. Ergebnis ist eine Schrift, die auch mit Mikroskop kaum mehr zu entziffern ist. Ob Nudelsuppen , Farbdosen oder Waschmittel, überall das gleiche. Und NIEMAND gibt es in dieser Firma, die den Entwickler , oder Produktmanager fragt ob man man ihm ins Hirn … etwas eingepflanzt hat, was üblicherweise eine Etage tiefer herauskommt. 

Frische ist wichtig, Verätzungen weniger

Besonders schlimm und pervers wird das bei Medikamenten. Dort ist der Text nämlich nicht nur informativ, sondern manchmal lebenswichtig. Und Medikamente werden häufig von Menschen eingenommen , deren Lebensalter schon etwas fortgeschrittener ist, und deren Fehlsichtigkeit auch mit Brille nicht unbekannt sein sollte. Aber  mit Denken haben es die Opimierer ja nicht so. Und den Qualitätsverantwortlichen, der früher direkt dem Vorstand oder Geschäftsführer unterstellt war, und dessen Urteil eine Auslieferung immer verhindern konnte, den gibt es ja nicht mehr. 

Also müssen wir selber zur Notwehr greifen. 

Stufe 1 wäre ein Brief an den Hersteller . Stufe 2 Suche nach alternativem Produkt. Und Stufe 3 die Frage ob man nicht auch ohne die Produkte auskommen kann. Wäre doch gelacht, wenn wir das Deken in den Firmen nicht wieder einführen könnten.