Mediamarkt

Das 5 HighEnd-Gebot und der Nachmittag beim HighEnd-Faun

Nein , das 5. Gebot ist nicht „ Du sollst nicht töten“ , es geht hier um das 5. HiFi Gebot „ Du sollst nicht behaupten HighEnd sei teuer“ oder meinetwegen „Du sollst nicht den Glauben an leistbarem HighEnd töten“. Und selten war mir das so klar wie nach dem Besuch bei Allegro.

In meinem vorigen Beitrag ging es ja um den neuen Wunderlautsprecher von Kii Audio, dem meines Erachtens nach eine „Kleinigkeit“ gefehlt hat, nämlich die Freude an der Musik. Umso hellhöriger war ich als Bernhard „Allegro“  Mesicek mir erzählen wollte über ein schon fast obszön günstiges HighEnd Set.  Also nichts wie hin in den siebten Wiener Gemeindebezirk, mit Macbook im Rucksack und hohen Erwartungen. Bernhard Mesicek ist nämlich ein HiFi-Faun , der zwar weder gehörnt noch Bockfüßig ist , aber wie es das Wörterbuch so schön beschreibt  durchaus „ in der Kunst besonders die starke, ungehemmte Triebhaftigkeit symbolisiert“, der Trieb heisst hier natürlich Suche nach guter Musikwiedergabe , oder eben auch HighEnd.  HiFi verwende ich deshalb nicht so gerne , da zu viel Schrott mit diesem Begriff in Verbindung gebracht wird, man betrachte nur das Angebot des Elektrohändlers/-Marktes ihrer Wahl. Und immer ist Audio für mich die untere Grenze des eigentlich nicht mehr zumutbaren. Nicht nur bei Geräten.

Bonsai Time

Beim Eintreffen verblüfft zuerst einmal die 33 x 16 x 20 cm kleine Box „Terza“ Chario_Terzaauf dem alten Linn – Sara – Ständer*. Designmässig kann sie ihre italienische Herkunft Gottseidank nicht verbergen, englisch wäre hier verfehlt. Klangmässig aber wird es durchaus British, ist es nicht?  Schon nach einem kurzen ersten Durchgang mit Melody Gardot, Trombone Shorty, Sophia Zelmani und der Misa Criola gibts nicht zu klagen aber die unfassbare Erkenntnis : Vielleicht etwas ZUVIEL Bass. Oida! Zuviel Bass??? Ein Lautsprecher der so hoch ist wie eine aufgestellte LP und halb so breit klingt amerikanisch, also leicht adipös !?!?? Die Lautsprecher waren etwa 30 cm vor der Rückwand positioniert, also weder in der Ecke noch direkt an der Wand. Letzteres wäre auch nicht ratsam, da die Bonsai-Highender nicht nur 1 Tweeter nach vorn sondern auch zwei nach hinten besitzen und so ein mittels aufwändiger Frequenzweiche ausgeklügeltes Abstrahlverhalten realisieren, das unglaublichen Charme besitzt. Es ist nämlich keineswegs so verwaschen wie andere „Rundumstrahler“ , auch wird kein artifizieller SurroundsoRückwand Chario Terzaund aufgedrängt, sondern ein musikalisch äusserst erfreuliches Ambiente präsentiert. Wobei präsentiert schon fast zu theatralisch klingt, die Musik ist einfach schön und „da“, gleichgültig ob Jazz, Pop, Klassik oder World. Egal ob es sich um Soloklavier, großes Orchester oder kleines Jazztrio handelt. Beyonce schwingt ihren Baseballschläger mit Saft und Kraft, Milos Karadaglic streichelt seine Lautengitarre sanft, und das Modern Jazz Quartett swingt dass es eine Freude ist. Bei allen Instrumenten quillt förmlich der Saft aus dem Holz, blecht das Blech oder gurrt die Stimme, Dee Dee Bridgewater bietet „Love for sale“ in einer Weise, dass hoffentlich die Kinder schon im Bett sind, denn das ist definitiv „Explicit“ im Ausdruck. Der Boxenverschieber in mir gewinnt die Oberhand, 40 weitere Zentimeter in den Raum lassen den Bassüberhang verschwinden und Faun Mesicek findet mit 10 cm wieder zurück  letztendlich den Sweetspot**. So muss es sein, so wollen wir es jetzt hören.

Modernes Konzept mit altmodisch gutem Sound

So klein und dabei ein richtige HighEnd-Amp

Habe ich schon erwähnt dass auch der Verstärker in die Kategorie Bonsai gehört? 20 cm breit , 18 tief und nur 7cm hoch , in elegantem Weiß und mit goldenem Lautstärkeknopf , das hat schon was. Vor allem – wieder kaum zu glauben – Kraft. 2 mal 50 Watt an 4 Ohm ist absolut genug für die meisten Lautsprecher , sogar jene mit weniger Wirkungsgrad wie die hier betriebene Terza von Chario ( 84dB SPL) . Die Kraft wird aber mit Lust gepaart und sorgt für opulenten Klang , kein Digitalsound weit und breit, Klarheit ohne Schärfe, Wärme ohne harmonische Verzerrungen , ein schön gestaffeltes Bühnenbild in Breite und Tiefe. Sehr interessant ist auch das Konzept des Mini-Amps. Ein analoger Eingang, ein weiterer mit Mini-Klinke, optischer TOSLINK und Bluetooth. Und (!) eine Cinchbuchse für den Subwoofer, falls die Bass Frequenzen auch unterhalb von 80 Hz aktiviert werden sollen .

chario_quadro

Bluetooth, analog-in, Sub-Out, Miniklinke-In, Optisch und LS x2

Der Chario Quadro – vermutlich wegen der vier verschiedenen Eingänge so genannt – spricht also den modernen User an, der zuerst mal vom Handy oder iPad Musik übermittelt, auch den TV oder die Playstation anschliessen möchte und vielleicht sogar einen Plattenspieler; nachdem das aber bereits so wenige sind ist der Preis nicht durch den meist überflüssigen Phonoverstärker verdorben und bleibt bei geradezu lächerlichen 399.- Euronen. INKL!
Musik in allen Schattierungen, opulent dargeboten, mit einem Platzbedarf der auch in einer Telefonzelle von Studentenzimmer zu finden ist; Herz was willst du mehr. Wir sind beim HighEnd-Faun, und daher …

A bisserl was geht immer noch

Die Diskussion um die Qualität der zum Preis von 499.- äusserst preiswerten Chario Terzas ( das Paar !)  lockt natürlich den Stachel bei Meister Mesicek, und das ein Verstärker um 399.- nicht unbedingt das Ende der Fahnenstange ist, auf der die HighEnd Flagge gehisst werden kann, ist klar. Und nein , wir reden auch nicht über 5000.- Euro oder mehr als nächste Stufe des Verstärkerbaus , wir reden von – in HighEnd Kreisen immer noch als Einstiegspreis verstandenen  – 1300.- , die man für den „CROFT Integrated „ hinblättern müsste, in dem Fall bereits mit eingebautem Phonoteil. Dann geht aber die Bühne noch ein paar Meter weiter auf und auch noch etwas weiter nach hinten . Croft Integrated PhonoDann glänzt der Saitenklang von Milos noch seidiger , das Vibraphon von Milt Jackson hat nicht ein paar Hundert sondern viele Tausend Schattierungen in der Klangdynamik und die Hammondorgel von Martin Michels Hammondjazz atmet puren Groove. „A Case of you“ von Diana Krall wird a case for me, ich eile an die Bar um sie dort zu treffen.

Der Croft ist übrigens ein Hybrid Verstärker, mit Röhren in der Vorstufe und MOSFET Transistoren ohne Gegenkopplung  in der Endstufe. Das macht vor allem eines : Große Freude beim Hören. Eine Musikalität ohne gleichen , eine Malakofftorte für die Ohren, aber auch Thors Hammer und Sichel wenn sein soll, aus Damaszener-Stahl, mindestens 16 mal gefaltet. Ich höre jetzt die „Experten“ aus dem „Open-End-Music Forum , dass ein Verstärker nicht musikalisch sein kann und gefälligst nur das Eingangssignal verstärkt an den Lautsprecherausgang zu liefern hat. Das ist ungefähr so klug wie dass ein Schauspieler gefälligst den Text des Autors bestmöglichst abzulesen oder auswendig aufzusagen hat. Jo eh.

Croft Integrated open

Großer Ringkerntrafo, Röhrenvorstufe und MOSFET-Endverstärker, HighEnd Menü vom Feinsten  ©inputaudio.de

Wer Ohren hat der höre, Das Gehirn und die ca 1 m tiefer liegenden Sinnesorgane dazu schalten nicht vergessen.  Für mich war der Croft der interessanteste Verstärker, den ich in den letzten Jahren gehört habe. Im Klang UND im Preis.

The Return of the Reference -Quad

Wie kann man behaupten ein Verstärker wäre so überragend gut, wenn man ihn „nur“ an einem 500 Euro Lautsprecher gehört hat ? Kann man nicht , aber da war ja noch ein 4tes „Schnäppchen“ im Spiel von dem zu berichten wäre . Und hier kommt ein Name ins Spiel der selbst den seit 1975 tätigen Mannen von Chario als Historie gilt: QUAD***. Diese Marke lies schon immer den Schauer des Wohlseins über den Rücken rieseln, QUAD ist sozusagen die sprichwörtliche Musikalität im Lautsprecherbau. Jahrzehnte die Referenz für Wohlklang , haben die Leute offenbar auch heute Ihr Handwerk nicht verlernt , und wie einige der „alten Riege“  (sprich ELAC, CHORD, Threshold/Schhiit ) ihr Herz und vor allem ihre Entwicklungsabteilung auch für weniger Betuchte geöffnet.

Quad_S2

Quad S2 ©Quad

QUAD S2 , ein Zweiweg-Lautsprecher mit Bändchenhochtöner und Klavierlack-Dress lies für uns die Qualitäten des Croft Integrated noch deutlicher zu Tage treten, Gleich musikantisch wie die Chario-Terza aber noch feingliedriger eleganter, zum Rot des Montepulciano quasi noch das Eichenholz und der Rauch des Single Malt. Oh mein Gott , ist das nicht eigentlich verboten dass ein Lautsprecher um 899.- Euro/Paar so gut klingen darf? Ein Croft Integrated und ein Paar Quad S2 um knappe 2000.- als Einstieg in mindestens die HiGhEnd Mittelklasse , in die sonst unter 15.000.-  kein Weg führt.

 

 

Wenn sich die Gemüter wieder beruhigt haben, folgt in den nächsten Tagen noch ein Nachwort, das ich aber in guter ‚Nemawashi‘ Tradition noch ein wenig behirnen will.

 

*Sara war da mittlere Modell der ersten LINN Lautsprecher, zwischen der legendären Isobarik und dem Wunderkind Winzling Kan. Gemäß dem Stabilitätsgebot des Hauses war der Stand viel robuster als das Gwicht der Box verlangt hätte, deswegen aber auch sehr vibrationsarm.
** QUAD war lange Zeit in der HiFi Szene ( damals war HiFi aus England noch grundsätzlich hochwertig) der Inbegriff von Musikalität im Lautsprecherbau, bedingt durch die Bauweise als Elektrostat und die Heritage britischer Klangorientierung. Alle Hersteller haben damals diesem Klangideal nachgeeifert, erst viel später wurde (knallharte) Transparenz deutscher Klanglogik eine zweite Religionsausprägung.

Die wundersamen Klangbilder 2015

Vorbei ist das spezielle Wochenende des Entzückens und auch einiger weniger Enttäuschungen 2015 für HighEnd-Verliebte. Klangbilder 2015 sind Geschichte und daher ist Zeit für eine kritische Nachlese. Natürlich völlig ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ja nicht einmal Richtigkeit für alle wird garantiert, es ist ein ganz persönlicher wenn auch – mit Verlaub – fachlich durchaus kompetenter Rückblick.

Generell machten die diesjährigen Klangbilder einen guten, geschäftigen, wohl sortierten Eindruck. Auch wenn diverse Repräsentanten Österreichs Hifi-Szene fehlten, zumeist aus vorgeschobenen Termingründen oder wegen Platzproblemen, die mit aneinander geriebenen Daumen und Zeigefinger veranschaulicht wurden.

Hotel Impertinental

Das Hotel Arcotel selber hinterlässt auch diesmal einen sehr gemischten Eindruck. Schöne Räumlichkeiten und äusserst zuvorkommendes Bedienungspersonal auf der einen Seite, obszöne Preise auf der anderen . Drei kleine Bier um fast 12 € , ebenso der Verlängerte um 3,80.- oder ein Kornspitz mit Liptauer um 6,80.- ist auch bei Nachsicht eine Frechheit, an das Sacher kommt man nämlich nicht ganz heran mit dem Ambiente und Service.

Kleine Speaker ganz groß

Aber lasst uns von den angenehmen Dingen sprechen . ZB dem Großmeister der kleinen Lautsprecher Robert Czesany , der uns diesmal mit Bambus-Lautsprechern Model 201 aus dem Hause Do Acoustics überraschte, ein geradezu winziges Pärchen Zweiwegboxen mit fulminantem Sound in allen Musikgattungen. Wobei man hier aufpassen muss auf die mögliche Irrmeinung kleiner Lautsprecher wäre auch perfekt mit kleinem Verstärker zu betreiben . Der fulminante Eindruck des ersten Tages beim HiFi-Team war am zweiten Tag nämlich nur mehr ziemlich gut , da gerade ein wesentlich kleinerer Röhrenamp am Werk war. Zurück zur großen Ayon-Röhre und erneut weht der Sturm der Begeisterung. HiFi-Team also nach wie vor eine der ersten Adressen österreichischer High-End Kultur. Wenn wir schon im Süden verweilen , ist der nächste Schritt nach Klagenfurt nicht weit. Auch Klaus Leesemann braucht nicht viele Kubikmeter um großartigen Sound zu erzeugen. Was aus den Bohne Dipol Lautsprechern geboten wird lässt mir noch im Nachhinein wohligen Schauer durch das Rückenmark rieseln. Nicht ganz unschuldig dabei auch erstklassige Elektronik von Lyngdorf, Audreal und Cocktail Audio. Ob Trinnov Raumkorrektur hier immer nur positiv eingewirkt hat, bin ich mir nicht ganz sicher , Leser dieses Blogs kennen meine Reserviertheit gegenüber zuviel des Guten in dieser Hinsicht . Auch bei Leesemann war zB der Vollbereichselektrostat von Silberstatic plötzlich ein Bassmonster , obwohl man dieser Sorte von Wandlern üblicherweise eher eine Schwäche in der untersten Region andichtet. Egal , es war auf alle Fälle einen Mehrfachbesuch wert und richtiges HighEnd Vergnügen.

Große Namen werden bestätigt

Auch bei Huber und Prohaska war wie zu erwarten Lyngdorf aus Dänemark die Raum-korrigierende und vor allem treibende Kraft . Mit der neuesten Version von Bowers & Wilkens‘ 802 MK3 gabs hier auch Lautsprecher vom Allerfeinsten , und so konnte man wieder mal Dire Straits‘ „Private Investigation“ noch besser erleben als zuletzt. Präzision, Punch und leuchtende Klangfarben at its best. Warum Meister Huber uns mit dem ältesten Trick der Welt – einem um gute 5 dB lauterem Pegel – die Vorzüge von Vinyl schmackhaft machen wollte im „Direktvergleich“ CD vs Langspielplatte bleibt sein Geheimnis.

Ebenfalls aufs eindrucksvollste bestätigt hat die Wiener Lautsprecher-Manufaktur  ihren hervorragenden Ruf. Wenn auch mit manchmal schon gesundheitsabträglicher Lautstärke wurde dort gezeigt , dass man in Sachen Klangfarbenerzeugung, fast dreidimensionaler Räumlichkeit und grenzenloser Dynamik mit den ganz Großen Namen nicht nur miteifern kann sondern zur Referenz wurde für viele.

Bestätigt hat auch Meister Wolfgang Paltauf – der Guru hinter LOG und anderen  Klangwundern – dass bei ihm der Bartel den Most holt in Sachen HighEnd Referenzen. Ich liebe Vorführräume in denen ich schon 1000 mal gespielte CDs und Files plötzlich so schön wie nie höre. Deshalb nehm ich auch immer wieder schwierige Aufnahmen mit zum testen, wie zB „Indian Red “ von Daniel Lanois‘ „The Beauty of Wynona“. So souverän aufgelöst waren die Schlagzeuge und Keyboards selten, so fett und definiert zu gleich war der Moog-Bass kaum , so unnervig klang diese CD nie zuvor. Oder Diane Kralls “ A Case of You“ von der Live in Paris CD : Zum weinen schön. Gerne würde ich noch 15 000 andere Titel aus diversen Sammlungen “ zum ersten mal “ hören, also zum ersten mal so wie es wirklich gehört.

… und manchmal auch beschädigt.

Leider wurde auch in Wien ein großer Name eher beschädigt als bestätigt. Mir tut das doppelt leid , da ich mit Stolz sagen kann mein Schärflein zur TECHNICS-Geschichte beigetragen zu haben ( SB-AFP1000 in der Wiener Staatsoper). Wenn aber die bereits von der  Münchener HiGhEnd Präsentation sattsam bekannten Vorführer eine halbe Stunde darüber referieren, wieso der für den kleinen Raum viel zu große Lautsprecher nicht optimal klingt, möchte man am liebsten fragen: Warum spielt Ihr dann so eine Megakiste im Kabinett? Habt Ihr keine Ahnung ? Oder ist es egal, Hauptsache angeben mit Kubikmetern? Ich bin mir zu 100% sicher dass sowohl die ausgestellte Elektronik als auch die Lautsprecher von Technics bei sorgfältiger Wahl der Quelle , der Verkabelung und Glättung der Stromversorgung im Hotel zu einem ausgezeichneten Erlebnis hätten führen können , gehört haben wir nur eine vage Idee davon.

Auch beschädigt wurden – aber selbst das hat schon Tradition – die Top-Marken vom Audio-Tuning Vertrieb, wie WADIA, Sonus, Audio Research uvm. Man konnte den Zuhörern die Enttäuschung geradezu vom Gesicht ablesen im großen Saal: Das soll HighEnd vom Feinsten sein?  Härte 7 in den Stimmen , Klangfarben vermutlich gegen Aufpreis erhältlich, die Authorität einer Midi-Anlage aus mehr als 40 k € Equipment? Und nein , die alte Ausrede auf der Messe klingts eben nicht so gut gilt in dem durchaus passablen Raum nicht . Gilt auch nicht für den Mediamarkt, der bewiesen hat dass B&W Lautsprecher auch mässig tönen können. Das phantastische TV Bild daneben stand in riesigem Kontrast zur ungnädigen Mittenattacke der Marantz-Amps. Geil war das auf alle Fälle nicht.

Neue Entdeckungen

Mit DO Acoustics hat uns Herr Czesany beglückt, mit Zingali wurden wir bei Cayin Audio Distribution und beim Klangstudio Trauner überrascht. Diese italienischen Meisterwerke gepaart mit den Deutsch/Chinesischen Röhren-Kraftwerken von Cayin machten so unglaublich viel Spaß, dass wir nicht nur einmal dorthin zurückkehrten zum Wiederaufladen der Genußbatterie. Ich gestehe ja kein Freund von Hörnern zu sein , da – wie auch auf den Klangbildern . eher weniger konzise Formen Auge und Ohren belästigen . Zingali aber hat den Bogen raus und erfreut das audiophile Ohr mit explosiver Dynamik, dabei feinst abgestimmter Tonalität und ein Weltall voller Zwischentöne, gappart mit wenns sein muss Augenöffnender Direktheit. In der geeigneten Kombination wird hier Röhre und Horn in D’Appolito-Anordnung zum Ohrenschmaus kaiserlicher Güte.

Cayin Röhren

Cayin – Deutsch Chinesische Freundschaft © Martin Wiesinger

Noch unglaublicher war das Debut des Ikea-Schragens als HighEnd Lautsprecher. Mister Klangzone zeigte neben den Audio Physics Rundherumstrahlern seine „Student“ mit dem Markennamen Bushgetta . Die besteht als Grundlage aus dem Tischbock von Ikea, der eine Lautsprecherwand trägt mit großem Basschassis, zwei Mitteltönern und Tweeter. Falls sie jetzt lächeln , Vorsicht. Diese Lautsprecher dürften in mehr als 50 % aller Fälle das zu Hause zu findende Lautsprecherpaar so gnadenlos in die Schranken weisen, dass Ihnen Hören und Sehen  vergeht. Zu einem Preis um den sich der fortgeschrittene HighEndler ein Netzkabel gönnt. Mehr dazu bald bei Klangzone. Herr Klangzone erstellt in seinem Hauptberuf übrigens die Streaming Lösungen für Naim und Projekt Audio, Chapeau!

Last but not least – Head High, Can Jam comes to Vienna

sennheiser Top headphone

50000 € auf die Ohren – Sennheiser’s State of the Art

Dem geradezu unfassbar netten Andreas Franz Pohnitzer von der Kopfhörer-Boutique ist es zu verdanken , dass Wien einen Hauch von Can Jam spüren durfte. Für alle die es nicht kennen , dahinter verbirgt sich eine Mischung aus Ausstellung , Fachworkshop und Gustierlounge zum Thema Kopfhörer. Und zwar umfassend im Portfolio, von ein paar Zerquetschten € bis satten 50000 Euronen , die Sennheiser für das neue Spitzenmodell abverlangt. Ob das OK ist diskutieren wir ein ander mal , klingen tut der Sennheiser so wie die Magico Lautsprecher , einfach endgültig , wie es sich gehört , end -of-discussion mässig gut. Wer Stax , AKG , Sennheiser, HiFiman , Audeze und andere Köstlichkeiten aufs Ohr haben wollte , Voila , hier wurde alles geboten. Und natürlich auch das volle Programm an portable HighEnd DACs , Mini-Amps und so weiter.

Fazit und Laudatio Ludovici

Verwerflicherweise hab ich  Höhepunkte wie Martina Schömer ( die Queen of Garrard) , Tiefpunkte wie die optisch an VEB Lauschangriff erinnernden Hörzone- Wandelemente und vieles andere nicht gewürdigt;  über den haarsträubenden Inhalt der Nubert Demo könnte man eine eigen Glosse verfassen – „Wie uns einmal jemand über Punktortnung im Bass erzählt hat, und wir vor Lachen fast  in Ohnmacht gefallen sind“.

Trotz all dem also sei nun hier vorerst ein Fazit gezogen: Maestro Ludovico von und zu Flich hat uns wieder mal ein wunderbares Wochenende geschenkt ( ja , der moderate Eintrittspreis vs großes Vergnügen gilt als Geschenk) . Mögen die Jammerer zu sich finden und 2016 den Weg zu den Klangbildern. Und alle die es versäumt haben schon jetzt den Kalender vorsorglich mit Klangbildern beschriften. Das ganze Jahr , denn zu Hause geht es ja  mit gutem Sound nonstop weiter.

Nachtrag :

Die Freunde von Fairaudio sehen übrigens einiges ähnlich  🙂 www.fairaudio.de/artikel/2015-messen/klangbilder-wien-2015-hifi-messe-bericht  „Fragen nach der tonalen Neutralität dieser Vorstellung stellen sie diesmal bitte an jemand anderen!“

Auf zu neuen Diskussionen

Es ist wieder soweit , Freitag , den 27. November pilgert das audiophile Völkchen Österreichs + Umgebung ins Arcotel am Kaiserwasser in Wien, um den Klangbildern 2015  beizuwohnen.

Damit wir uns die abgelutschte „Vinyl gegen den Rest der Welt“- Diskussion diesmal sparen . empfehle ich vor dem Besuch eine Rückschau auf vergangenes Jahr :

Es wurde diskutiert 2014: Vinyl, CD oder Streaming

Es wurde diskutiert 2014: Vinyl, CD oder Streaming (Teil 2) 

Und als Beispiel worüber wir reden könnten diesmal, ein Vortrag vom Rocky Mountain Audio Fest 2015 über Computer Audio:

CU at www.klangbilder.eu  

Geekstore – Hartlauer’s neuer Plastik Planet

Online-Start mit außergewöhnlichen Technik-Gadgets und besonderem Angebot. Hartlauer Did it again. So könnte man meinen, wenn man der APA glauben könnte, welche die Neuvorstellung des „Geekstore“ Portals von Hartlauer im Web vollmundig ankündigt.

HiFi Geeks auf der Suche

Und da ich – zugegebenermassen- ein HiFi-Geek bin, war ich natürlich sehr gespannt. Hat er es geschafft zurück zu kommen, der HiFi-Spirit von Hartlauer. Für die jüngeren unter den Lesern: Hartlauer war einmal in Österreich eine der ersten Adressen audiophiler Glückseligkeit. Von Linn bis Backes&Müller, von Luxman bis Thorens ( Projekt gab es damals ja noch nicht) , bei Hartlauer in der Praterstrasse war alles da. Und genauso wie im Fotobereich konnte man dort auch in Sachen HiFi  und  später Mobile erstklassige Beratung und auch Ware finden.

Aber zurück zum Geekstore. Was erwarte ich mir von Harlauer als „eine Person, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen oder fiktionalen Themen auszeichnet, die üblicherweise elektronischer (vgl. Computerfreak) oder phantastischer Natur sind“, wie Wikipedia den Geek so treffend benennt. Na tollen Sound erwarte ich mir, kleine aber feine Wunderboxen , wie sie zB von Totem als KIN  in München vorgestellt wurden, ein „Muso“ von Naim vielleicht, oder einen T7 Bluetooth Lautsprecher von Bowers&Wilkins . Sozusagen die Nikons , Canons und Sonys unter den Soundcubes. Natürlich auch portable DACs von Audioquest, Arcam, Chord oder iFi , Portable Headphone Amps und Musicplayer von Astell & Kern , Fiio oder Wiss. Einige der zuletzt genannten Firmen bieten Produkte deutlich unter 100.- € an, also etwas im Gegenwert von ein paar Kinobesuchen, ein paar Besuche beim Schachtelwirten oder ein (halbes) Konzert .

Plastik Planet at it’s worst.

Und was find ich im Geekstore dann unter „Sound & Mobility“ ? Nada, nix dergleichen, niente. Sondern ich finde den gleichen Plastikmüll, der uns schon bei Mediamarkt, Saturn oder den Red Zack Experten die Tränen in die Ohren treibt (Tivoli ausdrücklich ausgenommen). Das gleiche scheusslich klingende Glumpert, bei dem völlig egal ist ob ein zerquetschter mp3-File , der hochkomprimierte Ö3 Dudelfunk oder ein lausiger Internetstream als Quelle dient, es wird nix mit Freude an Musik, Wippen mit dem Fuß oder Schnippen mit den Fingern. Nur Quäcken überforderter Mini-Chip-Amps die verzweifelt an zu weichen Membranen rütteln und dabei das Plastikgehäuse zum Mit-Kreischen anregen.

Hallo Leute, Österreich sollte das Land der Musik sein, auch wenn uns Conchita grad nicht aus der Bedeutungslosigkeit reisst. In Österreich wurden mal die besten Klaviere der Welt gebaut, wir beheimaten nach wie vor den grandiosesten Konzertsaal des Universums, und das ebensolche Orchester mit dazu. Unsere Beats Meistern sich durch jedes Dorf der Welt, Parov Stelar – ein Oberösterreicher wie Familie Hartlauer – rockt die Parties allerorten und nach wie vor existieren real die wunderbarsten Volksmusik-Ensembles, die uns unsere musikalischen Wurzeln bewahren abseits von Sound of Music Kitsch. Und da ist uns guter Klang nichts wert? Hören wir Musik aus der Einwegdose? Oder hören nicht , weil jeder Ansatz zum Hobby im Dreck erstickt.

 

Klickomat vom Fotoprofi

Kann sich jemand vorstellen dass in der Fotoabteilung von Hartlauer  ein Klickomat um 39.- als Wunder der Fotografier-Kunst angepriesen wird , dass uns Herr Hartlauer eine Auflösung von 3 Megapixel als würdig für gehobenes Interesse an guten Bildern verkauft, oder dass Frau Hartlauer in der Akademie versucht den Unterschied zwischen 50 scheusslichen Plastikdröhnern als Stufen zu höherem Genuss zu verdeutlichen ? Ehrlich gesagt ich kann und mag mir das gar nicht vorstellen.

Nachdem nun schon Kika/Leiner die einmalige Chance vertan hat HiFi und hochwertige Audio/Video Geräte dem pt. Publikum in einer Wohnwelt richtig nahe zu bringen und stattdessen eine schlechte Ramschmarkt-Kopie für „Living“ hält, nachdem auch bei den Red Zacks und Experts dieser Welt alle glauben mit Sonos sei das Ende der Fahnenstange zu höheren Soundweihen erreicht und jedwede Trendumkehr konsequent verschlafen wird , könnte man fast verzweifeln . Noch dazu wo leider viele der wenigen gut hörenden nach wie vor noch meinen Retro zurück zu Vinyl würde einen Weg in die Zukunft bestritten.

Wo sind die „Ja Natürlich“ Biobauern a la Werner Lampert für die Consumer Elektronik , wo die Heinrich Staudinger’s der Audiowelt , die statt Badeschlapfen wieder Lederschuhe anbieten, zwar ein wenig teurer, aber viel länger haltbar und gesünder für Körper und Geist.

Der Herr Hartlauer scheint es nicht zu sein .

 

Upgrade bestehender HiFi/AV-Systeme:

Nicht immer sind die vorhandenen Komponenten das Problem, manchmal hilft bessere Platzierung oder Ergänzung durch zeitgemässe Produkte.

Wie viel Sinn macht Erneuerung einzelner Bestandteile Ihrer Anlage, wo hilft ein Wechsel und wo verbessern ein paar kostengünstige Kleinigkeiten die Performance.

Guter Rat zahlt sich aus

 Einkaufsberatung:

Sie wollen Angebote einholen oder haben bereits Angebote bekommen, haben aber zu wenig Fachwissen, um  sicher entscheiden zu können.

Eine grundlegende Analyse der nötigen Bausteine und fachliche Aufbereitung helfen nicht nur Geld sparen,  sondern ermöglichen auch eine bessere Lösung für Ihren Bedarf.