HiFi

Ganz mein Geschmack – Ikea serviert HiFi der Spitzenklasse

In aller Kürze: Ich habe eine neue HiFi Anlage, um 50 .- €.

Jetzt höre ich meine werten Leser sagen: HF wundert sich nicht mehr, er spinnt jetzt total. Auch wenn sie vermuten ich hätte mir eine der Bluetooth-Plastikbüchsen gekauft und so meinen Musikgenuss auf Jahre hinaus vernichtet, liegen Sie falsch.

Aber gekauft hab ich was, nämlich 3 Hackblöcke aus Bambusholz und 6 Untersetzer aus Kork.  Bei Ikea. Also eigentlich sind es ja Schneidbretter. Nein , ganz eigentlich sind es perfekte Basen für HiFi-Komponenten. Wie schon vor mehr als 3 Jahren im Audio Beat Blog zu lesen war und später auch in Fidelity Online aufgeriffen wurde, sind die Bretter aus Bambusholz von Beginn an als perfekte Basis für HiFi-Komponenten entworfen worden und zwar von Jon Karlsson. Ein Schwede also wieder einmal. Ich gestehe beide Artikel  damals verpasst zu haben und erst Norbert Loderer, einer der beständigsten HiFi-Enthusiasten Österreichs, hat mich mit einer praktischen Anwendung dieser Unterlagen überrascht.

3 Schichten Bambus verleimt

Wieso eignet sich das APTITLIG Brett so hervorragend als Unterlage und warum brauchen wir sowas überhaupt? Elektronische Geräte werden üblicherweise von äusseren Vibrationen geschützt auf Gummifüßchen platziert. Damit ist aber den Vibrationen, die im Gerät entstehen, zB durch Trafos, die Beschallung durch die Lautsprecher etc. nichts entgegengesetzt. Absaugen kann man solchen Vibrationsenergie am besten mit zähem, harten und langfasrigen Holz, das in 3 Schichten in unterschiedlichen Richtungen zueinander verleimt wird. Schneidet man noch eine Rinne hinein, ist das ganze auch als Brett für die Küche zu brauchen und so in großer Stückzahl zu verkaufen. Preis pro Stück ca 15 €.  Mit 45 cm Breite und 36 cm Tiefe hat es bei 3 cm Dicke immerhin fast 4 kg Gewicht.

Zum Gerät hin , egal ob Vor- oder Endverstärker , CD Player oder DAC soll die Verbindung starr und perfekt sein, also Kegeln aus Metall , Kugeln aus Keramik oder ähnliches. Hier soll ja die Energie gebündelt in den Vibrationssumpf abgeleitet werden. Darunter allerdings soll meiner Erfahrung nach eher gedämpft werden , um nicht die Vibrationen vom Regal, Rack oder Boden hinauf zu leiten. Nachdem IKEA ja eine große wundervolle Küchenabteilung hat, sind dort Korkuntersetzer im Programm die bestens geeignet sind dafür , 3 Stück pro Brett . Beim Kreditantrag bitte noch den Kostenpunkt von 99 Cent für 2 Stück einrechnen. 😉 Wem das zu profan ist, der kann auch Oehlbachs Gummihalbkugeln, oder andere Vibrationsdämpfer dafür benutzen.

Untersetzer aus Kork um 1 €

Also wenn mir jemand eine Verbesserung des Klangbildes verspricht um unter 50.- bin ich normalerweise unterwegs um das selber zu probieren. Ehrlich gesagt war ich skeptisch, hab mich davor gefürchtet nun wieder tagelang probieren zu müssen, ob man das hört oder eher nicht; aber nachdem es schön aussieht sollte es auf alle Fälle ein Gewinn sein. Nicht vorbereitet war ich auf die Wucht der Veränderung. Im Clickbait Jargon würde man sagen : „Was dann passierte war unglaublich … “

Meine schon etwas betagte LINN Wakonda , Linn 140 Kombination spielte plötzlich saftig und kraftvoll, als hätt ich sie mit Potenzpillen versorgt. Der Klang war völlig frei von den Lautsprechern, ausgefächert wie im Breitwandkino. Bei „Morph the Cat“ von Donald Fagan geht es so spritzig zu. als wäre meine YMER’s nicht aus Beton sondern aus Melonensaft. Dabei wird die  Präzision der Höhen noch genauer, die Tiefenstaffelung deutlicher und die innere Dynamik des Klanges logischer als je zuvor. Der Bass ist sauber und klar als wäre der Bazou von Leonklou noch bei mir, dabei aber stark  als hätte ich mir die neue Masters von NAD geholt.

Aptitlig der mittlere

Aptitlig der mittlere

Zudem kommt alles springlebendig und frisch auf den Tisch, und kein Mensch kommt auf die Idee dass alle Komponenten schon viele Jahrzehnte brav ihren Dienst versehen. Für die viel leichtere UPC Box, die mir OE1 in Direkt Quality nach Hause liefert, reicht meines Erachtens übrigens der mittlere Bruder des Aptitlig-Trios aus, da wäre das 3,5 kgBrett zu schwer zum absaugen der bösen Vibes.

In nächster Zeit wird also die Mediathek nochmal von vorne durchgehört, Tidal wieder strapaziert mit neuesten MQA Aufnahmen und noch etwas ist plötzlich klar: Kabeltests werden einfacher, weil klarer zu hören ist was geht und was nicht. Diverse Kegeln aus Kupfer, Ebenholz und Titan werden zeigen müssen wie gut sie ableiten ins Wunderbrett APTITLIG. und vermutlich werden auch diverse Gummi-, Plastik-, und Gel-Dämpfer das Abkoppeln unterhalb des Brettes vorzeigen bzw. herhören müssen. Ich hab ja jetzt einen neue Anlage die Hörversuche lohnend macht .

 

Die Abwesenheit der Kunst der Präsentation – HighEnd 2017 München (1)

Für die 20 000 Besucher der HighEnd Messe in München ist es jedesmal eine Herausforderung: Mehr als 400 Aussteller die über 900 Marken repräsentieren in 4 Hallen mit bis zu 3 Stockwerken und Hunderten von Vorführräumen. Nachdem die HighEnd DIE weltweite Leitmesse der Branche ist, bleibt den internationalen Distributoren, Händlern und Besuchern nichts anders übrig als mit straffem Zeitplan Stand für Stand abzuchecken, keine Zeit für Blah blah oder Banalitäten.

Man könnte nun annehmen allen Ausstellern wäre das bewußt, sie bereiten sich gut vor, suchen gut geschultes Personal aus um die Produkte vorzuführen, deren Entwicklung und Herstellung Monate wenn nicht Jahre in Anspruch genommen hat. Wäre nur fair gegenüber Entwicklern und Publikum.

Oh contraire!

Unsere Reise durch die Welt des HighEnd begann aus zwei Gründen bei Magico: Erstens ist das der Raum, vor dem sich später die längsten Schlangen bilden, gilt dieser Hersteller doch als das Nonplusultra der Lautsprecherkunst. Und zweitens genau deshalb wollten wir uns die Referenz setzen um andere Vorführungen dazu in Bezug zu bringen. Magico hat wie alle Hersteller einen mehr als mäßig geeigneten Raum zum vorführen, muss also mit den gleichen Randbedingungen zurecht kommen, die andere als Entschuldigung hernehmen.

Wir hätten ja gerne gehört, mussten aber vorher noch einen Herren ertragen, der doch tatsächlich über die Unzulänglichkeit von dünnen MDF Platten referiert, und dann noch mitteilt dass bei der neuen S3 MK2 nicht nur die Lautsprecher sondern auch die Frequenzweiche überarbeitet wurde. Sensationell, wir dachten die alte würde es noch tun. Sind wir bei Nubert? Dass er das alles in Deutsch von sich gab, war für das Gros der internationalen Gäste – die genauso viel deutsch sprechen wie die deutschen Besucher der Warschauer HighEnd Tage polnisch – eher von Vorteil, für das Renommee des Ausstellers allerdings eher ein peinlich. Ist Deutschland wirklich noch so wenig sensibel um internationale Sprachregelungen einfach zu ignorieren? Und ja, natürlich, die S3 klingt göttlich in der MK2 Version, die beiden schlanken Kisten scheinen keinerlei Bedeutung zu haben, der Klang der hier bereits erwarteten „Dead can Dance“ CD erscheint dazwischen dahinter und rundum, so selbstverständlich dass niemand auch nur auf die Idee kommt über Bässe Mitten und Höhen zu diskutieren, es ist alles einfach da so wie es gehört. Punkt.

Auch der nächste Referenzpunkt, die Neuvorstellung von „The Ones“ bei Genelec, war nicht gerade ein Leckerbissen. Um Missverständnisse zu vermeiden: Die neuen Modelle klingen geradezu verblüffend großartig trotz sehr sehr kleinem Gehäuse, in das ein konzentrischer Mittel/Hochtöner, zwei Basslautsprecher und vier Endstufen Platz finden. Aber HighEnd-Menschen hätten doch gerne gesehen, welche Quelle, welcher DAC, Preamp oder sonst am Werk beteiligt sind. Und ein bißchen mehr Achtsamkeit der Auswahl wäre auch ganz gut .

In Bezug auf Achtsamkeit sollte uns aber im nächsten Raum ein neuer Tiefpunkt erwarten. Der Herr bei Focal will nicht enden in seinen mit Null Information gespickten Betrachtungen, weil wir aber schon soo gespannt waren, entschliessen wir trotzdem durchzuhalten.  Hätten wir nicht machen sollen! Entblödet sich der Mann doch ernsthaft eine wirklich ganz üble Live-Aufnahme des Pippi Langstrumpf Liedes zu spielen !!! Leute die mich kennen wissen wie sehr ich „eklektische“ Musikauswahl zu schätzen weiss, wenn sie einem guten Zweck dient oder auch nur irgendwas überraschend darstellt. Hier aber war eine lausige Band, völlig verwaschener Applaus und keinerlei Definition zu erleben. So schlimm war Focal noch nie, obwohl sie immer schon enttäuschend vorführen, was ich den Entwicklern gegenüber als wirklich skandalös empfinde.

Eine ganz andere Form der Enttäuschung liefert dagegen, ebenso traditionsgemäß, PMC aus England. Diese Jungs präsentieren ihre Lautsprecher wie Götter, mit einer intelligenten Mischung der Stile, Epochen, und Varianten musikalischer Großartigkeiten. Nur ist leider die Optik so unfassbar inkompatibel mit einem Wohnzimmer, dass selbst ein Klang der Magico nervös machen könnte, nie und nimmer den Weg in private Gemächer finden wird. Der Leichenberg nach einem Versuch über diese Schwelle zu kommen wäre  inakzeptabel groß.

Bevor wir uns im Teil 2 den schönen Dingen der Messe widmen, leider noch ein weiterer Fall von Wiederholungstäter. So wunderbar wären die Geräte nach dem Relaunch, nicht nur in optischer Hinsicht. Der ehemalige Ruf einer der Wegbereiter von HiFi zu sein, könnte erneut zurecht in Anspruch genommen werden. Aber es will der Firma Technics einfach nicht gelingen auch nur die allernotwendigste Vorführkenntnis aufzubringen. Ich wollte wirklich meine Kritik widerrufen, Technics preisen und Frieden suchen . Dass die Vorführkabine fast leer war, kann man bereits als Vorahnung schlimmer Dinge ansehen. Dass es einem Vorführer gelingt 3 mal hintereinander den gleichen SoftJazzRockSingerSongwriter- Käse zu spielen ist schon ein starkes Stück. Selbst die verdrehten Augen der wenigen Besucher wurde erfolgreich ignoriert, gnadenlos folgt Langeweile auf Langeweile. So wird es nix werden, liebe Freude von Technics.

Und bevor Sie oder andere mit Argumentation a la „Da haben sie einen schwachen Moment erwischt, sonst wars immer besser“, oder „ Die Musikgeschmäcker sind eben verschieden“ ausweichen wollen: das gilt nicht. Jeder Besucher beurteilt Ihre Marke nach den 10 Minuten die er bei Ihnen verbracht hat, und mehr hat er leider kaum, da noch ein paar hundert andere warten.

Der Letzte Negativ-Award geht aber an die Organisation der HighEnd Messe. Nicht dafür, dass der Anreise-Stau immer wieder gigantische Ausmaße annimmt, dafür hat die offenbar auf Urlaub befindliche Verkehrspolizei grade zu stehen. Vielleicht könnt ihr Ihnen einmal einen Tipp geben. Nein, der Preis für den gröbsten Schwachsinn gebührt Ihnen für die Idee ein Saxophonquartett als Pausenfüller zu engagieren. JEDEM auf dieser Messe brummt der Schädel nach ungezählten Demos, oft weit über erträglicher und sinnvoller Lautstärke. Jeder möchte sich auf dem Gang ausruhen, ein paar Worte wechseln mit lange nicht gesehenen Buddies, oder das gerade gehörte nochmals durchsprechen mit allem Für und Wider. Und NIEMAND will dabei Saxophonquartette im Genick haben. Ich halte es besonders auch gegenüber den hervorragenden jungen Künstlern für eine Zumutung sie so deplaziert zu engagieren.

Aber lasst uns nun zum Wahren, Guten und Schönen wechseln in Teil 2.

Über Äpfel, Birnen, Vinyl, Streaming und das Problem mit dem Geld

Stellvertreter-Diskussionen

Wenn ich etwas verabscheue, dann ist es die Angewohnheit Dinge aus den falschen Gründen abzulehnen oder Statistiken absurd zu interpretieren. Am häufigsten passiert mir das in letzter Zeit mit Aussagen wie: „Streaming ist nix für mich, weil Musiker da wenig verdienen“. Oder „Ich liebe Schallplatten, weil sie besser klingen“. Ganz zu schweigen von: Die LP erlebt einen unglaublichen Aufschwung und ist ein wesentlicher Teil des Musikbusiness.Internet Forum Aktivist

Dabei werden Äpfel mit Birnen verwechselt, und die Sache wo Dinge wirklich faul sind oder schief laufen völlig falsch zugeordnet. Ich darf deshalb versuchen für Interessierte die einzelnen Themen etwas zu ordnen, um nicht ununterbrochen Leute flamen zu müssen wie hier  oder hier.

Musik zu Hause oder unterwegs hören besteht aus mehreren Stufen ( Live Konzerte lassen wir hier einmal beiseite, obwohl sie das wichtigste sind). Die Quelle samt ihrer Lokalität, der Weg zur Wiedergabekette ( aka HiFi-Anlage, die auch einfach ein Smartphone sein kann) und die Wiedergabeeinrichtung selber.

Vinyl, CD, Download oder Streaming

Und der Speicher per se ist einmal weder gut noch böse. Er hat gewisse Limits, im Fall von Vinyl zB. ist die Wiedergabe besonders tiefer Frequenzen mit großer Lautstärke eher problematisch, auch der Trennung der Kanäle ist durch das mechanische Abtasten einer Plastikrille mit zwei um 90 Grad versetzten Flanken nicht gerade perfekt. Und höhere Frequenzen als etwas über 20 kHz können auch kaum „abgetastet“ und somit angeboten werden.

LP Rillen

Plattenrillen

Also nix mit High Resolution. Ansonsten aber kann aus der LP ein wunderbares Klang-Ergebnis erzielt werden. Solange die Aufnahme gut war, die Abmischung Mediengerecht ( also die Eigenheiten der mechanischen Abtastung berücksichtigt wurden) und natürlich überhaupt die Musik gut, authentisch und nicht den Teil zwischen den Ohren beleidigend. Aufnahmen zB. aus den 50er Jahren im Repertoire Jazz oder Klassik klingen deshalb oft so gut weil Ausnahmekünstler nicht nur an den Instrumenten sondern auch den Mischpulten und beim Aufstellen der Mikrofone tätig waren und nicht weil man sie aus der Rille kratzen muss.

CD Prinzip

CD Prinzip

Bei CDs müssen wir mit der optischen Abtastung winziger Erhebungen auf einer Metallschicht auskommen, die noch dazu durch mehr als 1 mm dickes Kunststoffteil gelesen werden muss. Laut Vereinbarung ist der Frequenzgang mit maximal 20 kHz nach oben begrenzt und die nötige abrupte Begrenzung oberhalb von 20 kHz stellt große Anforderungen  an auslesende Filter. Dh. bei Auslesen von CDs mittels Digital-Analogwandler gibts ähnlich große Unterschiede wie bei guten und schlechten Verstärkern, und auch ein DA Wandler hat ausgangsseitig einen Analogteil, kann also scharf, hart und unmusikalisch klingen obwohl vielleicht der Digitalprozess einwandfrei bewerkstelligt wurde. Jedoch auch CDs sind in der Lage exorbitant gut zu klingen, bei Nachdenken über meine  grandiosesten Klangerlebnisse bin ich drauf gekommen, dass Magico Q7 bei einem Händler in München, Magico Ultimate II auf der Highend Messe und auch Devialet/B&W ebendort mit schlichten Plastikscheiben gefüttert wurden. Allerdings aufbereitet zum Gegenwert eines mittleren Einfamilienhauses. Dass CD Player heute mit sensationell günstigen externen DA Wandlern zu Höchstleistungen fähig sind  ohne mehr als ein paar hundert Euro auszugeben, während man früher viele Tausender auf den Tisch blättern musste dafür ist Faktum, und hilft seine Sammlung neu zu geniessen oder gleich zu rippen, also in den Computer zu speichern. Womit wir bei Möglichkeit Nr. 3 wären.

Musik-Downloads, also die Files sind nicht auf der CD gespeichert oder von CD gerippt, sondern können gekauft werden, im iTunes Store, bei Amazon oder sogar bei einem der HighResolution Anbieter wie Qobuz oder HighResAudio. Von dort kann man Musik nicht nur in CD Qualität ( 16 Bit/44kHz) holen sondern bis zu 356 kHz Abtastfrequenz und 32 Bit Genauigkeit. Der gekaufte File wird also einmal vom Server auf den eigenen Computer geladen und ist damit in meinem Besitz, kann in anderes Format gewandelt werden und ziemlich beliebig auch auf mehrere andere Computer mitgenommen.

Vierte heute gängige Art Musik abzuholen nach LP,  CD und Download  ist Streaming. Dabei liegt der digitale File nicht notwendigerweise eingebrannt auf der CD zu Hause sondern zB. am Server von Spotify, Tidal oder Apple Music. In diversen Qualitätsstufen, von kaum akzeptabel bei Spotify „normal“ über AAC 256 bei Apple Music bis zu unfassbar wunderschön in MQA Masters Qualität über HiFi Tidal. Der Stream muss also die Daten über „das Internet“ nach Hause transportieren und dort wird alles in Echtzeit ausgepackt ( oder zwischengespeichert um die Wiedergabequalität zu erhöhen) und in der HiFi Anlage in das Wunder Musik verwandelt. Streaming per se hat also diverse Qualitätsstufen, ganz wie LP oder Download und (in viel kleinerem Maße) auch CD.

Die andere Seite der Medaille

Wieviel Musiker bezahlt bekommen für eine LP, eine CD, Download oder eine Wiedergabe eines Streams ist eine völlig andere Geschichte, die mit Speicherart und dem Speicherort erst einmal so gut wie gar nichts zu tun hat. Bei LPs kommen Kosten fürs Aufnehmen , für die Erstellung der Presswerkzeuge/Matrizen , Cover, Booklet etc. zusammen, des weiteren der Transport in die Geschäfte und Margen für die Händler, die ja ein Lokal bezahlen müssen monatlich, Angestellte brauchen, Plattenspieler zum vorspielen etc.  Ähnlich bei CD wobei die Kosten der Erstellung ein paar Jahre nach der Erfindung dramatisch gesunken sind und heute (fast) vernachlässigbar. Download kennt kaum Kosten für die Verbreitung, sieht man vom Marketing und Gestaltung des Webportales einmal ab.

Bei Streaming fallen die nicht unerheblichen Kosten für eine performante Serverfarm ins Gewicht, werden aber durch die Menge der Abrufe wiederum in viele sehr kleine Kostenanteile zerlegt. Bei ca 30 – 50 Millionen Titeln und einem Vielfachen an Nutzern werden auch diese Kosten eher gering pro Anwendungsfall.

Wer kriegt nun wieviel vom Kuchen? IFPI Statistics

Hier wird’s kritisch aus vielen Gründen. Musikplattformen wie Spotify, Tidal oder Apple haben zu Beginn ein großzügig scheinendes Angebot von 70 % für den Musikanbieter ( Musiker im Eigenverlag, Distributor, Verlag, Rechteinhaber oder ähnliches) und „nur“ 30 % für den Platformbetreiber. Warum von den 70 % so gut wie gar nichts beim wirklichen Musikschaffenden übrig bleibt hat viele Gründe, nicht alle sind ok und gerechtfertigt. Bruchteile von Cents pro Anhörung bringen auch bei gefragten Titeln nicht wirklich Butter aufs Brot für Musikschaffende. Dass Distributoren/Aggregatoren sich nicht nur einmal für den Vorgang des „richtig auf die Platform zu bringen“ sondern oft an jedem Abspielen beteiligen lassen wollen ist zB nicht ok. Auch bei den Aggregatoren gibts große Unterschiede.

Umsatzanteile Deutschland 2016

Absatz Tonträger Deutschland 2016

Andererseits ist die Diskussion wieviel bei der Plattenfirma bleibt und wieviel zu Musiker, Komponisten und Interpreten weiter gegeben wird, so alt wie das Kratzen von Tönen in die Wachswalze. Und ob Spotify, Tidal oder Apple Music ihre Besitzer so fürstlich entlohnen müssen, sich Investoren und Pensionsfonds krank verdienen aber andererseits Musikanten nicht einmal die Medizin kaufen können wenn sie wirklich krank sind, wäre auch dringend zu hinterfragen. In der realen Wirtschaft wird ein Produkt – wenn es millionenfach verkauft wird – immer günstiger, komischerweise haben Spotify und Apple eher Hunger auf mehr als die Absicht geringere Prozente zu verlangen.

Abschlusskonzert Marie F Lang im Berkeley Music College Boston

Abschlusskonzert Marie F Lang im Berkeley Music College Boston

Die Entlohnung der eigentlich Schaffenden aber ist eine Diskussion die nicht notwendigerweise mit dem Medium der Verteilung verbunden ist. Streaming zu verteufeln wegen falscher Beteiligungsschlüssel ist schlicht Unsinn. Den Schlüssel der Aufteilung zwischen Musikern und Musikmanagement, bzw. noch viel mehr die Gewinnspannen für Investoren im Verhältnis zu gerechter Entlohnung für eine Heidenarbeit ist bei Musikern genauso notwendig wie bei Autoren. Die Möglichkeiten zumindest teilweise die Vereinfachung im Marktzugang zu nutzen wird an dieser Schraube drehen helfen, Organisation einzelner Musiker in Interessensverbänden kann wenn zeitgemäß aufgestellt und genutzt ebenfalls Abhilfe bringen. Wenn Social Media getriebene Organisationsformen ganze Regierungen stürzen können wie diverse Frühlinge in Afrika und Osteuropa gezeigt haben muss es doch auch möglich sein Musiker, Komponisten und Texter zu Ihrem Recht auf adäquate Entlohnung zu bringen.

Beatles USB Stick

Beatles USB Stick

Kleine Musikproduzenten müssen meiner Meinung nicht unbedingt in teure Vinylproduktion investieren für „Special Editions“. Die Haptik, Informationshunger über Künstler, Tontechniker, Background der Band, des Themas des Albums könnten auch in verschiedensten Formen an die Frau und den Mann gebracht werden, haptisch aufwändig gestaltet, oder wie Werner Pirchner es formuliert hat „naturalmente in colori“. Drinnen kann eine Downloadadresse und ein Passwort sein, das geht in der Sonne auch nicht kaputt und wird auch in 20 Jahren nicht blind. Apple – der Musikverlag und nicht die Computerfirma – hat schon vor Jahren Beatles Gesamtausgaben in Form eines Apfels verkauft, in dem USB Sticks versteckt waren.

Abschliessend also noch einmal die Bitte Aufnahmequalität, Speichermedien, Transportmedien und Entlohnungsmodelle bzw. Beteiligungsraten auseinander zu halten in der Diskussion, Musiker wie Autoren zu einem gerechten Lohn zu verhelfen und – last but not least- viele Konzerte zu besuchen, um den Unterschied zwischen Konserve und Liveerlebnis nicht aus Augen und Ohren zu verlieren.

Das 5 HighEnd-Gebot und der Nachmittag beim HighEnd-Faun

Nein , das 5. Gebot ist nicht „ Du sollst nicht töten“ , es geht hier um das 5. HiFi Gebot „ Du sollst nicht behaupten HighEnd sei teuer“ oder meinetwegen „Du sollst nicht den Glauben an leistbarem HighEnd töten“. Und selten war mir das so klar wie nach dem Besuch bei Allegro.

In meinem vorigen Beitrag ging es ja um den neuen Wunderlautsprecher von Kii Audio, dem meines Erachtens nach eine „Kleinigkeit“ gefehlt hat, nämlich die Freude an der Musik. Umso hellhöriger war ich als Bernhard „Allegro“  Mesicek mir erzählen wollte über ein schon fast obszön günstiges HighEnd Set.  Also nichts wie hin in den siebten Wiener Gemeindebezirk, mit Macbook im Rucksack und hohen Erwartungen. Bernhard Mesicek ist nämlich ein HiFi-Faun , der zwar weder gehörnt noch Bockfüßig ist , aber wie es das Wörterbuch so schön beschreibt  durchaus „ in der Kunst besonders die starke, ungehemmte Triebhaftigkeit symbolisiert“, der Trieb heisst hier natürlich Suche nach guter Musikwiedergabe , oder eben auch HighEnd.  HiFi verwende ich deshalb nicht so gerne , da zu viel Schrott mit diesem Begriff in Verbindung gebracht wird, man betrachte nur das Angebot des Elektrohändlers/-Marktes ihrer Wahl. Und immer ist Audio für mich die untere Grenze des eigentlich nicht mehr zumutbaren. Nicht nur bei Geräten.

Bonsai Time

Beim Eintreffen verblüfft zuerst einmal die 33 x 16 x 20 cm kleine Box „Terza“ Chario_Terzaauf dem alten Linn – Sara – Ständer*. Designmässig kann sie ihre italienische Herkunft Gottseidank nicht verbergen, englisch wäre hier verfehlt. Klangmässig aber wird es durchaus British, ist es nicht?  Schon nach einem kurzen ersten Durchgang mit Melody Gardot, Trombone Shorty, Sophia Zelmani und der Misa Criola gibts nicht zu klagen aber die unfassbare Erkenntnis : Vielleicht etwas ZUVIEL Bass. Oida! Zuviel Bass??? Ein Lautsprecher der so hoch ist wie eine aufgestellte LP und halb so breit klingt amerikanisch, also leicht adipös !?!?? Die Lautsprecher waren etwa 30 cm vor der Rückwand positioniert, also weder in der Ecke noch direkt an der Wand. Letzteres wäre auch nicht ratsam, da die Bonsai-Highender nicht nur 1 Tweeter nach vorn sondern auch zwei nach hinten besitzen und so ein mittels aufwändiger Frequenzweiche ausgeklügeltes Abstrahlverhalten realisieren, das unglaublichen Charme besitzt. Es ist nämlich keineswegs so verwaschen wie andere „Rundumstrahler“ , auch wird kein artifizieller SurroundsoRückwand Chario Terzaund aufgedrängt, sondern ein musikalisch äusserst erfreuliches Ambiente präsentiert. Wobei präsentiert schon fast zu theatralisch klingt, die Musik ist einfach schön und „da“, gleichgültig ob Jazz, Pop, Klassik oder World. Egal ob es sich um Soloklavier, großes Orchester oder kleines Jazztrio handelt. Beyonce schwingt ihren Baseballschläger mit Saft und Kraft, Milos Karadaglic streichelt seine Lautengitarre sanft, und das Modern Jazz Quartett swingt dass es eine Freude ist. Bei allen Instrumenten quillt förmlich der Saft aus dem Holz, blecht das Blech oder gurrt die Stimme, Dee Dee Bridgewater bietet „Love for sale“ in einer Weise, dass hoffentlich die Kinder schon im Bett sind, denn das ist definitiv „Explicit“ im Ausdruck. Der Boxenverschieber in mir gewinnt die Oberhand, 40 weitere Zentimeter in den Raum lassen den Bassüberhang verschwinden und Faun Mesicek findet mit 10 cm wieder zurück  letztendlich den Sweetspot**. So muss es sein, so wollen wir es jetzt hören.

Modernes Konzept mit altmodisch gutem Sound

So klein und dabei ein richtige HighEnd-Amp

Habe ich schon erwähnt dass auch der Verstärker in die Kategorie Bonsai gehört? 20 cm breit , 18 tief und nur 7cm hoch , in elegantem Weiß und mit goldenem Lautstärkeknopf , das hat schon was. Vor allem – wieder kaum zu glauben – Kraft. 2 mal 50 Watt an 4 Ohm ist absolut genug für die meisten Lautsprecher , sogar jene mit weniger Wirkungsgrad wie die hier betriebene Terza von Chario ( 84dB SPL) . Die Kraft wird aber mit Lust gepaart und sorgt für opulenten Klang , kein Digitalsound weit und breit, Klarheit ohne Schärfe, Wärme ohne harmonische Verzerrungen , ein schön gestaffeltes Bühnenbild in Breite und Tiefe. Sehr interessant ist auch das Konzept des Mini-Amps. Ein analoger Eingang, ein weiterer mit Mini-Klinke, optischer TOSLINK und Bluetooth. Und (!) eine Cinchbuchse für den Subwoofer, falls die Bass Frequenzen auch unterhalb von 80 Hz aktiviert werden sollen .

chario_quadro

Bluetooth, analog-in, Sub-Out, Miniklinke-In, Optisch und LS x2

Der Chario Quadro – vermutlich wegen der vier verschiedenen Eingänge so genannt – spricht also den modernen User an, der zuerst mal vom Handy oder iPad Musik übermittelt, auch den TV oder die Playstation anschliessen möchte und vielleicht sogar einen Plattenspieler; nachdem das aber bereits so wenige sind ist der Preis nicht durch den meist überflüssigen Phonoverstärker verdorben und bleibt bei geradezu lächerlichen 399.- Euronen. INKL!
Musik in allen Schattierungen, opulent dargeboten, mit einem Platzbedarf der auch in einer Telefonzelle von Studentenzimmer zu finden ist; Herz was willst du mehr. Wir sind beim HighEnd-Faun, und daher …

A bisserl was geht immer noch

Die Diskussion um die Qualität der zum Preis von 499.- äusserst preiswerten Chario Terzas ( das Paar !)  lockt natürlich den Stachel bei Meister Mesicek, und das ein Verstärker um 399.- nicht unbedingt das Ende der Fahnenstange ist, auf der die HighEnd Flagge gehisst werden kann, ist klar. Und nein , wir reden auch nicht über 5000.- Euro oder mehr als nächste Stufe des Verstärkerbaus , wir reden von – in HighEnd Kreisen immer noch als Einstiegspreis verstandenen  – 1300.- , die man für den „CROFT Integrated „ hinblättern müsste, in dem Fall bereits mit eingebautem Phonoteil. Dann geht aber die Bühne noch ein paar Meter weiter auf und auch noch etwas weiter nach hinten . Croft Integrated PhonoDann glänzt der Saitenklang von Milos noch seidiger , das Vibraphon von Milt Jackson hat nicht ein paar Hundert sondern viele Tausend Schattierungen in der Klangdynamik und die Hammondorgel von Martin Michels Hammondjazz atmet puren Groove. „A Case of you“ von Diana Krall wird a case for me, ich eile an die Bar um sie dort zu treffen.

Der Croft ist übrigens ein Hybrid Verstärker, mit Röhren in der Vorstufe und MOSFET Transistoren ohne Gegenkopplung  in der Endstufe. Das macht vor allem eines : Große Freude beim Hören. Eine Musikalität ohne gleichen , eine Malakofftorte für die Ohren, aber auch Thors Hammer und Sichel wenn sein soll, aus Damaszener-Stahl, mindestens 16 mal gefaltet. Ich höre jetzt die „Experten“ aus dem „Open-End-Music Forum , dass ein Verstärker nicht musikalisch sein kann und gefälligst nur das Eingangssignal verstärkt an den Lautsprecherausgang zu liefern hat. Das ist ungefähr so klug wie dass ein Schauspieler gefälligst den Text des Autors bestmöglichst abzulesen oder auswendig aufzusagen hat. Jo eh.

Croft Integrated open

Großer Ringkerntrafo, Röhrenvorstufe und MOSFET-Endverstärker, HighEnd Menü vom Feinsten  ©inputaudio.de

Wer Ohren hat der höre, Das Gehirn und die ca 1 m tiefer liegenden Sinnesorgane dazu schalten nicht vergessen.  Für mich war der Croft der interessanteste Verstärker, den ich in den letzten Jahren gehört habe. Im Klang UND im Preis.

The Return of the Reference -Quad

Wie kann man behaupten ein Verstärker wäre so überragend gut, wenn man ihn „nur“ an einem 500 Euro Lautsprecher gehört hat ? Kann man nicht , aber da war ja noch ein 4tes „Schnäppchen“ im Spiel von dem zu berichten wäre . Und hier kommt ein Name ins Spiel der selbst den seit 1975 tätigen Mannen von Chario als Historie gilt: QUAD***. Diese Marke lies schon immer den Schauer des Wohlseins über den Rücken rieseln, QUAD ist sozusagen die sprichwörtliche Musikalität im Lautsprecherbau. Jahrzehnte die Referenz für Wohlklang , haben die Leute offenbar auch heute Ihr Handwerk nicht verlernt , und wie einige der „alten Riege“  (sprich ELAC, CHORD, Threshold/Schhiit ) ihr Herz und vor allem ihre Entwicklungsabteilung auch für weniger Betuchte geöffnet.

Quad_S2

Quad S2 ©Quad

QUAD S2 , ein Zweiweg-Lautsprecher mit Bändchenhochtöner und Klavierlack-Dress lies für uns die Qualitäten des Croft Integrated noch deutlicher zu Tage treten, Gleich musikantisch wie die Chario-Terza aber noch feingliedriger eleganter, zum Rot des Montepulciano quasi noch das Eichenholz und der Rauch des Single Malt. Oh mein Gott , ist das nicht eigentlich verboten dass ein Lautsprecher um 899.- Euro/Paar so gut klingen darf? Ein Croft Integrated und ein Paar Quad S2 um knappe 2000.- als Einstieg in mindestens die HiGhEnd Mittelklasse , in die sonst unter 15.000.-  kein Weg führt.

 

 

Wenn sich die Gemüter wieder beruhigt haben, folgt in den nächsten Tagen noch ein Nachwort, das ich aber in guter ‚Nemawashi‘ Tradition noch ein wenig behirnen will.

 

*Sara war da mittlere Modell der ersten LINN Lautsprecher, zwischen der legendären Isobarik und dem Wunderkind Winzling Kan. Gemäß dem Stabilitätsgebot des Hauses war der Stand viel robuster als das Gwicht der Box verlangt hätte, deswegen aber auch sehr vibrationsarm.
** QUAD war lange Zeit in der HiFi Szene ( damals war HiFi aus England noch grundsätzlich hochwertig) der Inbegriff von Musikalität im Lautsprecherbau, bedingt durch die Bauweise als Elektrostat und die Heritage britischer Klangorientierung. Alle Hersteller haben damals diesem Klangideal nachgeeifert, erst viel später wurde (knallharte) Transparenz deutscher Klanglogik eine zweite Religionsausprägung.

DOA oder wie mir Seiji Ozawa beim Verstehen der Kii Three behilflich war

Ein Versuch über die Grenzen der Kontrolle

Selten haben mich neue Lautsprecher so beeindruckt, verwirrt und beschäftigt wie das Modell Three von Kii Audio. Und ich gestehe schon viele Lautsprecher unter mehr oder weniger kontrollierten Bedingungen gehört und beurteilt zu haben.

Begonnen hat alles wie immer mit Berichten „im Netz“ bzw. in HiFi Magazinen. Kii Audio sei derzeit das Maß aller Dinge, so klein wie großartig in der Performance, neueste Technologie gepaart mit wissenschaftlicher Messgenauigkeit und innovativer Anwendung einer Kombination von Digital Signal Processing, 6 Lautsprechern und 1500 Watt Digital Amps pro Box!  Auf 40 x 20 x 20 cm, satte 15 kg schwer. Da geht dir die Vorstellungskraft entweder aus oder durch. Und es hilft nur eins: Wo kann man die Teile hören! .

Überraschung Nr 2: In unserem Land nur an 2 Plätzen, beim für frühe Adaption ungewöhnlicher Wandler wohlbekannten HiFi Team Czesany  in Graz und in der ebenso für die Jagd nach der höchsten Klangqualität bekannten Kopfhörer-Boutique von Andreas Pohnitzer. Für alle die letztere Location noch nicht kennen : Wie der Name schon sagt handelt es sich um ein relativ kleines feines Geschäft , das für seine riesige Auswahl hochwertigster Kopfhörer und dazu nötiger DACs und Verstärker normalerweise ja auch nicht all zu viel Platz braucht. Und hier kommt auch schon eine wesentliche Eigenschaft der zu behorchenden Kii Three zum Ausdruck: Durch die geniale elektronische Behandlung der Bass-Abstrahlung funktioniert tiefer Bass auch in kleinen Räumen, da die Kombination von 4 Woofern eine hauptsächlich vorwärts gerichtete Basswelle erzeugt und Rückwürfe der Wand hinter dem Lautsprechern reduziert werden. Mehr dazu auf der Kii Audio Website 

Nachdem die homöopathischen Öffnungszeiten der Kopfhörer-Boutique endlich mit den eigenen Zeitplänen in Einklang gebracht wurden, nun also der große Nachmittag.

Bei Andreas Pohnitzer kann man entweder seinen interessanten Musikgeschmack geniessen oder eigenes Tonmaterial zum Klingen bringen und das haben wir ( mein HiFi-„Brother in Crime“ und Linn-Freund  Peter und ich) dann auch ausgiebig gemacht.

OMG! – Ist denn das möglich ?

Und da gibts zuerst einmal eine Unzahl von WOWs , „Na seawas“ , „Bist du narrisch“ und „Wahnsinn“- Momente.

Die Kii Three ist unfassbar neutral, der Frequenzgang nicht nur auf dem Papier sondern auch klanglich unglaublich ausgewogen, keine Bevorzugung, keine Delle irgendwo.  Bass in nicht vorstellbaren Mengen und Tiefen, immer voll unter Kontrolle. Wer bei „We Want War“ von These New Puritans seine Hosenbeine flattern sehen will, no problem. Wem nach einem gezielten Schlag in die Magengrube beim „Bass & Drum Intro“ der Nils Lofgren Band ist, gerne. Und auch der städtische Panzerhandschuh ( „Urban Gauntlet“ ) von Kevin MacLeods „Final Battle“ knockt dich aus, ohne mit der Wimper zu zucken, Bummm, trocken, machtvoll, gnadenlos. Andererseits gibts eine Auflösung die ihresgleichen sucht, Weite und Breite in kaum gehörtem Ausmaß, Tiefe als gäbe es keine Rückwand im Konzertsaal. Jose Carreras singt Misa Criolla mit Inbrunst, eine riesige „Surdo“ klopft 50 m weiter hinten als Mahnung ans Himmelstor, die Chormitglieder können trotz großer Zahl quasi einzeln begrüßt werden. Diane Krall beendet ihr Pariser Konzert mit „A Case Of You“ , man sieht wo und fast auch wie sie sitzt, die Klaviermechanik klingt hölzern wie es sein muss, die einzelnen Bereiche der Klavierharfe strahlen das jeweils charakteristische Spektrum des Klanges unterschiedlich ab,  passend nach Tonhöhe und Dynamik geordnet.

Perfektion aus allen Rohren

Trombone Shorty bläst „Backatown“ mit Groove von fettem Bassrhythmus getragen, Michel Legrand fächert seine Big Band quer durch den Raum, sein versprechen „ I Will Wait For You“ ist aber nicht nötig, weil die Kii Three so „schnell“ sind, dass sie jedem Impuls sofort folgen, ohne ihn ungebührlich nachschwingend zu wiederholen. Und weil alles so perfekt da ist, schraubt man die Anforderungen nochmals höher und ruft das Hilliard Ensemble auf um „Sanctus & Benedictus“ von Ockeghem zu erlangen. Wie erwartet auch hier eine Klarheit, als könnte man jedem Ensemble-Mitglied die Rötung der Mandeln prüfen, kein Hauch von Schärfe, alles neutral und ungeschönt.

Atemlos !

Und plötzlich wie aus heiterem Himmel die Erkenntnis: Es ist uns völlig egal! Kein wohliger Schauer, kein Rieseln über den Rücken. Und auch Diane Krall war uns absolut „wurscht“ wie man in Österreich so treffend sagt. Schnurzpiepegal ! (für unsere Nachbarn im hohen Norden). Oder wie Peter es nannte: „Es atmet überhaupt nicht“. Kein Fuß wippt, kein Tanzbein zuckt bei Trombone Shorty , selbst der großartige Nick Cave mit seinem überragenden „Skeleton Tree“ Album berührt uns hier ausnahmsweise nicht ein bißchen. DOA –  Dead on Arrival.

Wie kann das sein ? Wie ist es möglich , dass ein Lautsprechersystem , das von unter 20 Hz bis über 25 kHz jede Frequenz perfekt überträgt , das eine Impulsantwort liefert von dem fast alle anderen Lautsprecher nur träumen , das Dynamik ohne Ende bietet , vom pianissimo  Mahlerischer Dimension bis zum Electro Dirt der Infected Mushrooms, dass also so ein geniales System so vollkommen unberührt lässt. Bei Titel und Tracks , die zu Hause auf den mehr als 30 Jahre alten „Rauna Ymer“ – Lautsprechern von Bo Hansson an einer Linn-Endstufe und mit 100 € DAC von Schiit aus dem gleichen Macbook Pro die Tränen waagrecht aus den Augen treibt ?!? Woran liegt es dass der Fuß nicht wippt, die Gänsehaut ausbleibt?

Was fehlt? Oder ist gar etwas zu viel?

Hier kommt mir meine Vergangenheit als Produktmanager bei AKG und Technics in die Quere, die mich ersucht den Entwicklern eine Antwort auf die Frage zu geben: Was sollen wir anders machen, wo verbessern. Und ich erinnere mich an Freund Staribacher von der Mozartband der damals als Alpinkatz das Bindeglied zwischen der Entwicklungsabteilung der Musikermikrofone und der „Welt der Bühne“ war. „ Des Mikrofon hot kan Bock“ war seine geniale Analyse eines Prototypen; „bei welcher Frequenz und Amplitude findet sich der Bock“ die lapidare Antwort der Techniker. Frequenzgang ruler flat, Impuls kurz und ohne Nachschwingen, was will man mehr, was kann noch besser sein?  Wie definiert man „Air around the instrument“? Was bedeutet „Emotionale Musikwiedergabe“ in dB und Hz ?

Auf der Suche nach Antworten woran es fehlt, wenn eine Wiedergabe nicht berührt, fällt mir zuerst eine Analogie aus dem Musikerbereich ein: Die Rhythmusmaschine. Oder auch das gefürchtete „Auto-Tune“ . Erstere produziert einen exakten Beat immer und überall, Mikrosekunden genau und … langweilig bis zum geht nicht mehr. Zweites ist die automatische Korrektur eines schwachen Sängers bzw. Sängerin , der die richtige Tonhöhe nicht findet und daher gerade gebogen wird von flinker Echtzeit-naher Elektronik. Wenn also alles perfekt ist, elektronisch korrigiert „richtig“ gemacht, wird die Wiedergabe immer weniger lebendig, mechanischer und Emotionalität geht mehr und mehr verloren. Kein Flow mehr, alles unter Kontrolle. Kann man damit auch übertreiben? Ja , kann man behaupte ich einmal. Der Knackpunkt liegt zwischen Regelung der mechanischen elektrischen Eigenschaften des Lautsprechersystems zum Vermeiden von Unregelmäßigkeiten und Eingriff in das Ausgangssignal bzw. dem Content. Und ich kann dafür auch noch einen besseren Zeugen aufbieten als meine bescheidenen Kenntnisse der Tontechnik, HiFi-Geschichte und Akustik.

Maximum an Kontrolle ≠ OptimumAbsolutely_on_music

Ich lese gerade das geniale und allen (klassischen) Musikliebhabern unbedingt ans Herz zu legende Buch „Absolutely On Music“ von Haruki Murakami. Als genialer Hörer und Plattensammler spricht Murakami mit dem Dirigenten Seiji Ozawa über seine Erfahrungen mit Bernstein, Karajan, den Bostoner und Wiener Philharmonikern und vieles mehr. Und er spricht in einem für mich – und in diesem Zusammenhang – hochinteressanten Phänomen der Annäherung an Gustav Mahler. Wer sich so wie zB Fritz Reiner an Mahler annähert und versucht in der Manier Beethovens die Partitur exakt nachzuvollziehen und perfekt so spielen zu lassen wie es in den bis ins kleinste Detail vorgeschriebenen Notenschriften steht , wird nicht zu dem großen Klangergebnis kommen, das Mahlers Klangschönheit auszeichnet. Wer dagegen das Glück hat ein klanglich überragendes Profiorchester wie die Wiener Philharmoniker zu dirigieren , kann, ja muss sogar die einzelnen Schichten der Partitur den Musikern überlassen und sie einfach spielen lassen, ohne militärische Genauigkeit einzufordern. Erst dann entwickelt sich ein großes Ganzes, das als großartige Klangskulptur den Eindruck vermittelt, der Mahler vorgeschwebt hat als Ideal.

Elektronisch ja aber …

Kommen wir zurück zu den Kii Three im speziellen und DSP und ähnlichen generell. Ich behaupte dass ein Zuviel an Kontrolle der Musikwiedergabe nicht mehr dient sondern sie entmenschlicht. Ich behaupte NICHT, dass elektronische Unterstützung der Raumanpassung zB per se schon schlecht sein müssen; Trionov, Lindemann und vor allem Lyngdorf fallen mir hier spontan als gelungene Beispiele elektronischer Regelungen ein. Ich glaube auch nicht, dass die Elektronik zwischen Quelle ( Macbook Pro mit verschiedenen CD, HiRes und AAC files)  und Kii Three den Klangcharakter negativ beeinflusst haben, da ich zB. die Auralic Streaming Bridge schon in wunderschönen Darbietungen gehört habe und das zusätzliche artistic fidelity USB-Modul in diesem Zusammenhang sicher klangneutral ist. Bei der freundlichen Empfehlung in welcher Richtung ich als Kii Audio Entwickler weiter forschen würde kommt mir nur „ die Zügel etwas lockerer lassen“ in den Sinn, um so das Leben der Aufnahmen wieder zurück zu gewinnen. Und dass ich Kii Audio weiter mit größtem Interesse verfolgen werde und hoffentlich noch oft hören kann, davon kann man getrost ausgehen. Persönlich verspüre ich aber noch keinen Kaufimpuls, auch wenn sie viel mehr können als 10 000 € für das Paar  und vor allem Ihre Baugröße vermuten lassen. Die Diskussion ist eröffnet.

The good, the bad and the funny – Klangbilder 2016

Gemischte Gefühle – großartige Klangbilder

Traditionsgemäß steigt der Puls der HiFi-Freunde in Österreich und Umgebung Anfang November merklich an, die Klangbilder Messe ist wieder zu feiern .
Es wundert immer wieder dass Dr Flich allem Jammern der Fachhändler und Übersättigung mit Unterhaltungsangeboten des Publikums zum Trotz eine tolle Hotelmesse aus dem Boden stampft. Im durchaus angenehmen Ambiente des Arcotels Kaiserwasser (dessen guter Eindruck allerdings noch immer von den überzogenen Getränkepreisen konterkariert wird) waren diesmal das Erdgeschoß und der 5.Stock fast gänzlich gefüllt mit Darbietungen der verschiedensten Art.

1 Die HiFi-Messe

Die einzige Möglichkeit eine HiFi Anlage unter halbwegs realistischen Bedingungen zu hören ist die Verteilung vieler Aussteller auf kleine bis mittlere Räume und große Salons , damit das State of the Art Angebot auch adäquat präsentiert werden kann. Selbstverständlich sind die Gipskartonwände kein ideales Umfeld für High End, als Ausrede lassen wir sie trotzdem nicht gelten, da auch die Wohnzimmer akustisch nicht gerade perfekt zu erwarten sind und last but not least der Händler/Aussteller der Wahl auch zeigen sollte, wie man in weniger perfektem Rahmen trotzdem großes Hör-Kino bieten kann.

2. Das musikFestival|16 „GrenzenLos“

Einzigartig für die Klangbilder sind die mannigfaltigen Auftritte renommierter Künstler und Aufnahme-Experten , die uns erinnern dass es nicht um dB oder Hz sondern um Allegretto und Mezzoforte geht, manches Mal mittelalterlich beschaulich und oft auch Crossover dramatisch . Leider von zu wenig Publikum erlebt und manchmal auch schlicht und einfach brachial zu laut um den Rest der Veranstaltungen auch leben zu lassen .

3. Die Fachvorträge :

Hier wäre durchaus noch ein mehr an Angebot mit Backgroundwissen gefragt , egal ob Digitaltechnik, Akustik, New Technology oder Aufnahmeverfahren. Als einer der Vortragenden möchte ich aber dazu eher die Beurteilung dem p.t. Publikum überlassen . Interessant könnte sein einige Kenner jeweils 30 Minuten die in verschiedenen Zimmern angebotenen Anlagen ausreizen zu lassen und so in einer Art neutralen Präsentation Vergleiche zu vereinfachen. Traut sich wer ? Um die Schallplattenführungen des Dottore Flich beneidet uns aber jedes HiFi-Festival der Welt, das kann er am allerbesten von allen.

The BAD – Die Unkultur treibt fröhliche Urstände.

Statement NAIM

This room ain’t big enough for the two of us …

Beispiel A) Leser dieses Blogs wissen , dass der Autor eine durchaus pointierte Meinung äußern kann, wenn der Hauptzweck ordentlicher Vorführungen allzu schlampig erledigt wird. Es ist mir absolut schleierhaft wie intensiv einzelne Repräsentanten ankommende potentielle Kunden ignorieren können . Der aktuelle Zustand der Facebookeinträge scheint Priorität eins zu haben bei der Sound Company. Schade denn Meridian hätte vielleicht echt was zu bieten gehabt , mit solchen „Vertretern“ allerdings schwer heraus zu finden.
Beispiel B) Unweit davon wollte uns Simply HiFi davon überzeugen dass Harbeth quantitativ extremes leisten kann, da dazu extra die Türen sperrangelweit offen waren kamen mehrere in den „Genuss“ dieses Versuches. Dient außer der schlechten Laune niemandem.
Kleiner Tipp für alle „Quantitatisten“ : Das menschliche Ohr neigt ebenso wie schlechte HiFi-Komponenten zu Kompression bei Überlastung , man hört weit über 100 dB Schalldruck also WENIGER und NICHT BESSER .
Beispiel C) Man kann sich ein mittelgroßes Zimmer mieten und dann Lautsprecher/Verstärkerkombinationen vorstellen versuchen die für 200m2 Wohnzimmer geeignet sind. Das geht aber kaum gut und zeugt schon gar nicht von Kompetenz des Repräsentanten. Ein sehr guter würde nämlich die gerade noch sinnvolle Größe wählen und so für optimales Ergebnis sorgen . Noch eine Bitte an die Herren Präsentatoren ( Damen waren absolut nirgends anzutreffen in auflegender Rolle): Man muss einzelne Titel nicht unbedingt 10 Minuten ausspielen. Es gibt in einem oder 2 Tagen hunderte Proben  zu erleben , da wäre kundengerecht durchaus manchmal ein schnellerer Wechsel der Stimmung angesagt.

Headphone-Mania am Weg zum Dancing Place?

Einen ehrlich gesagt gemischten Eindruck hinterliess bei mir diesmal die Kopfhörer-Abteilung. Hat der in letzter Zeit geradezu raketenhafte Aufstieg dieser Kategorie eine Abflachung erfahren, den einer meiner japanischen Chefs immer so euphemistisch „Dancing Place“ nannte. Oder liegts daran, dass die Vorführtische ein bisschen gar unaufgeräumt waren und einfach alles auf einen Haufen bereit gelegt wurde, ohne erkenntliche Gruppierung nach Hersteller, Preiskategorie oder eventuell auch Technologie?   Nicht nur Harry Beckwith in seinem Marketing-Klassiker „The Invisible Touch“ weiß dass Kunden immer anspruchsvoller werden und keine Lust haben selber zusammen zu reimen was denn das alles soll, kostet oder bringt. Sennheiser ist da noch die rühmliche Ausnahme, nicht nur mit der Zelebrierung des jenseitig gepreisten „Orpheus“. Vielleicht war es aber auch nur die nostalgische Trauer anlässlich des erst kürzlich verlautbarten Begräbnisses von AKG nächstes Jahr, dessen Verlust auch nach der Übernahme des „Automotive-Herstellers“ Harmann durch Samsung kaum geschmälert werden wird. Vielleicht sind ja die Koreaner nicht so borniert wie „Not Invented Here“-Harmann.

The Good – oder wie uns die Schnitzel vom Teller fetzen.

Supersonic

Super SuperSonic

Nun zu den – natürlich rein subjektiven – Eindrücken einzelner Zimmer. Technics is back , nach fulminantem Wiedereinstieg in der obersten Preisrange nunmehr auch leistbar und musikalisch wie nie zuvor. Auch wenn ich mir persönlich eher einen Portable DAC gewünscht hätte statt des wiedergeborenen Plattenspielers, der Wiedereinstieg ist schon jetzt als gelungen zu bezeichnen. 

Suesskind Lautsprecher

Suesskind – Viel mehr Sound als man meint

Diesmaliger Höhepunkt in Sachen Präsentation und Manufaktur waren aber die netten Leute von Supersonic. Richard Sbüll und sein Team machen aus alt neu , refurbishen alte Radios mit neuer Farbe , wenn es sein soll zeitgemäßen Innereien um so den Heritage Look zu moderner Usability zu verhelfen. Das Ganze mit sorgfältiger Musikauswahl und bezaubernd gestylten Damen die selbst Marty McFly zurück aus der Zukunft geholt hätten. Große Klasse.
Klein war diesmal besonders fein. Der ultrakompakte Phänomen Lautsprecher von Suesskind fetzt trotz geringen Abmessungen in einer Qualität die schlicht atemberaubend ist. Das Klangstudio Trauner sorgte für perfekte Präsentation, auch nach 3 anstrengenden Tagen so freundlich wie andere nicht einmal in der ersten Stunde. In ÖO müsste man sein als Kunde.

Manger – Das sagt alles über die Qualität

Ebenfalls erstklassige Hörerlebnisse wurden bei Bernhard Mesicek von der Allegro Music& Wine Lounge geboten, wie gewohnt könnte man fast dazu sagen. Manger in unnachahmlicher Klarheit, getrieben von Lindemann in 1 Bit Technik, auch DSD genannt. Überraschenderweise war im Zimmer hinter dem bereits besprochenen Fehlversuch ( Naim Statement – Neat XL10) eine unglaublich positive Performance zu hören und sehen. Das winzige Paar IOTA Alpha von Neat ( Höhe 45 cm!) überzeugte durch Musikalität, Volumen und geradezu holografischer Abbildung. Wirklich ein Genuss, auch wenn der Living-Room-Acceptance Faktor nicht allzu hoch sein dürfte bei diesen Boxen, leider! Dass uns NAIM nach den überragenden Muso- und Qb-Beauties den Wunderregler auch auf neuen All-In-One Systemen liefert macht unser Börserl schon jetzt nervös.
Wie studiomässige Wiedergabequalität in nicht ganz stabile Wohnzimmerwände zu bringen ist, konnte man bei Avitech mit PMC bewundernd hören. Auch Bryston sieht nicht nur gut aus sondern wird seit Jahrzehnten immer besser. Präzision gepaart mit Musikalischem Grundton.
Wirklich angenehm in jeder Hinsicht war auch die REVOX Performance. Nicht allzu groß in den Abmessungen aber großartig in der Wiedergabe. All-In-One vom Feinsten, preislich aber leider eher auch sehr schweizerisch, wenn sogar NAIM nur halb so viel für ähnliches Equipment  haben will.

Raumakustik – die Urgesteinsschmiede in Sachen HiFi in Wien – konnte wie zumeist mit absolut preisgünstigen Angeboten zeigen dass HiFi erschwinglich und trotzdem sehr gut sein kann. Der Personalzuwachs mit weiteren Urgesteinen macht Hoffnung auf noch mehr in Zukunft.

Den Vogel in Sachen erschwinglich konnte aber PS-Technik abschießen diesmal, die mit einem Lautsprecher von SAXX um sage und schreibe 299.-. Euronen sehr vielen x-mal teureren Konkurrenten die Schamesröte ins Gesicht treiben konnten. Die Junior Box hat sogar einen Air Motion Transformer für die obere Klangetage zu bieten. Dass dahinter ein Receiver von NAD Anschub leistete hat natürlich mit dem Gesamtergebnis einiges zu tun. Aber auch inklusive dem Verstärker insgesamt preislich ein unglaublich tolles Paket.

WLM - State of the Art Musikwiedergabe aus Wien

WLM – schlicht ein Traum!

Der Gipfel der State of the Art wurde 2016 zweifelsohne bei WLM geboten, und zwar in JEDER möglichen Hinsicht. Traumhafte Lautsprecher, die den Vergleich mit den ganz großen Namen der Welt nicht zu scheuen brauchen, gepaart mit Elektronik der Marke „mühelos, musikalisch und mächtig“. Convenience durch eingebautes HighEnd Bluetooth Modul zum direkten Abspielen mitgebrachter Computerfiles oder Streaminglösungen . Eine Präsentation außergewöhnlicher Musikstücke mit genauen Angaben der Quelldaten und einer Bandbreite die jeden Wunsch zufrieden stellen konnte . Außer vielleicht HipHop; Beyonce und Drake haben mir gefehlt 😉 .

The FUNNY

Und last but not least noch was lustiges:
Dass die laufende Tonbandmaschine im Revox Zimmer nichts mit der aktuellen Wiedergabe zu tun hatte , entlockte nicht nur mir ein Lächeln. Wusste gar nicht dass Schweizer so schön trockenen Humor haben können.
Der Humor hört freilich dort auf wo zB die Vorzüge von Analogtechnik gepriesen werden, während man „Brothers in Arms“ von den Dire Straights spielt, die wahrscheinlich „digitalste“ Aufnahme schlechthin, die zu Beginn der CD Ära als permanente Demo überall gespielt wurde weil sie so klingt wie sie klingt – sehr transparent und knackig.

Was mir zu Hause angekommen brandheiss aufgefallen ist: Ich hab vergessen in den Keller zu gehen zu dem Autofreaks. Aber es gibt ja bald wieder Klangbilder zum nachholen , ein Jahr vergeht wie im Flug.

Die wundersamen Klangbilder 2015

Vorbei ist das spezielle Wochenende des Entzückens und auch einiger weniger Enttäuschungen 2015 für HighEnd-Verliebte. Klangbilder 2015 sind Geschichte und daher ist Zeit für eine kritische Nachlese. Natürlich völlig ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ja nicht einmal Richtigkeit für alle wird garantiert, es ist ein ganz persönlicher wenn auch – mit Verlaub – fachlich durchaus kompetenter Rückblick.

Generell machten die diesjährigen Klangbilder einen guten, geschäftigen, wohl sortierten Eindruck. Auch wenn diverse Repräsentanten Österreichs Hifi-Szene fehlten, zumeist aus vorgeschobenen Termingründen oder wegen Platzproblemen, die mit aneinander geriebenen Daumen und Zeigefinger veranschaulicht wurden.

Hotel Impertinental

Das Hotel Arcotel selber hinterlässt auch diesmal einen sehr gemischten Eindruck. Schöne Räumlichkeiten und äusserst zuvorkommendes Bedienungspersonal auf der einen Seite, obszöne Preise auf der anderen . Drei kleine Bier um fast 12 € , ebenso der Verlängerte um 3,80.- oder ein Kornspitz mit Liptauer um 6,80.- ist auch bei Nachsicht eine Frechheit, an das Sacher kommt man nämlich nicht ganz heran mit dem Ambiente und Service.

Kleine Speaker ganz groß

Aber lasst uns von den angenehmen Dingen sprechen . ZB dem Großmeister der kleinen Lautsprecher Robert Czesany , der uns diesmal mit Bambus-Lautsprechern Model 201 aus dem Hause Do Acoustics überraschte, ein geradezu winziges Pärchen Zweiwegboxen mit fulminantem Sound in allen Musikgattungen. Wobei man hier aufpassen muss auf die mögliche Irrmeinung kleiner Lautsprecher wäre auch perfekt mit kleinem Verstärker zu betreiben . Der fulminante Eindruck des ersten Tages beim HiFi-Team war am zweiten Tag nämlich nur mehr ziemlich gut , da gerade ein wesentlich kleinerer Röhrenamp am Werk war. Zurück zur großen Ayon-Röhre und erneut weht der Sturm der Begeisterung. HiFi-Team also nach wie vor eine der ersten Adressen österreichischer High-End Kultur. Wenn wir schon im Süden verweilen , ist der nächste Schritt nach Klagenfurt nicht weit. Auch Klaus Leesemann braucht nicht viele Kubikmeter um großartigen Sound zu erzeugen. Was aus den Bohne Dipol Lautsprechern geboten wird lässt mir noch im Nachhinein wohligen Schauer durch das Rückenmark rieseln. Nicht ganz unschuldig dabei auch erstklassige Elektronik von Lyngdorf, Audreal und Cocktail Audio. Ob Trinnov Raumkorrektur hier immer nur positiv eingewirkt hat, bin ich mir nicht ganz sicher , Leser dieses Blogs kennen meine Reserviertheit gegenüber zuviel des Guten in dieser Hinsicht . Auch bei Leesemann war zB der Vollbereichselektrostat von Silberstatic plötzlich ein Bassmonster , obwohl man dieser Sorte von Wandlern üblicherweise eher eine Schwäche in der untersten Region andichtet. Egal , es war auf alle Fälle einen Mehrfachbesuch wert und richtiges HighEnd Vergnügen.

Große Namen werden bestätigt

Auch bei Huber und Prohaska war wie zu erwarten Lyngdorf aus Dänemark die Raum-korrigierende und vor allem treibende Kraft . Mit der neuesten Version von Bowers & Wilkens‘ 802 MK3 gabs hier auch Lautsprecher vom Allerfeinsten , und so konnte man wieder mal Dire Straits‘ „Private Investigation“ noch besser erleben als zuletzt. Präzision, Punch und leuchtende Klangfarben at its best. Warum Meister Huber uns mit dem ältesten Trick der Welt – einem um gute 5 dB lauterem Pegel – die Vorzüge von Vinyl schmackhaft machen wollte im „Direktvergleich“ CD vs Langspielplatte bleibt sein Geheimnis.

Ebenfalls aufs eindrucksvollste bestätigt hat die Wiener Lautsprecher-Manufaktur  ihren hervorragenden Ruf. Wenn auch mit manchmal schon gesundheitsabträglicher Lautstärke wurde dort gezeigt , dass man in Sachen Klangfarbenerzeugung, fast dreidimensionaler Räumlichkeit und grenzenloser Dynamik mit den ganz Großen Namen nicht nur miteifern kann sondern zur Referenz wurde für viele.

Bestätigt hat auch Meister Wolfgang Paltauf – der Guru hinter LOG und anderen  Klangwundern – dass bei ihm der Bartel den Most holt in Sachen HighEnd Referenzen. Ich liebe Vorführräume in denen ich schon 1000 mal gespielte CDs und Files plötzlich so schön wie nie höre. Deshalb nehm ich auch immer wieder schwierige Aufnahmen mit zum testen, wie zB „Indian Red “ von Daniel Lanois‘ „The Beauty of Wynona“. So souverän aufgelöst waren die Schlagzeuge und Keyboards selten, so fett und definiert zu gleich war der Moog-Bass kaum , so unnervig klang diese CD nie zuvor. Oder Diane Kralls “ A Case of You“ von der Live in Paris CD : Zum weinen schön. Gerne würde ich noch 15 000 andere Titel aus diversen Sammlungen “ zum ersten mal “ hören, also zum ersten mal so wie es wirklich gehört.

… und manchmal auch beschädigt.

Leider wurde auch in Wien ein großer Name eher beschädigt als bestätigt. Mir tut das doppelt leid , da ich mit Stolz sagen kann mein Schärflein zur TECHNICS-Geschichte beigetragen zu haben ( SB-AFP1000 in der Wiener Staatsoper). Wenn aber die bereits von der  Münchener HiGhEnd Präsentation sattsam bekannten Vorführer eine halbe Stunde darüber referieren, wieso der für den kleinen Raum viel zu große Lautsprecher nicht optimal klingt, möchte man am liebsten fragen: Warum spielt Ihr dann so eine Megakiste im Kabinett? Habt Ihr keine Ahnung ? Oder ist es egal, Hauptsache angeben mit Kubikmetern? Ich bin mir zu 100% sicher dass sowohl die ausgestellte Elektronik als auch die Lautsprecher von Technics bei sorgfältiger Wahl der Quelle , der Verkabelung und Glättung der Stromversorgung im Hotel zu einem ausgezeichneten Erlebnis hätten führen können , gehört haben wir nur eine vage Idee davon.

Auch beschädigt wurden – aber selbst das hat schon Tradition – die Top-Marken vom Audio-Tuning Vertrieb, wie WADIA, Sonus, Audio Research uvm. Man konnte den Zuhörern die Enttäuschung geradezu vom Gesicht ablesen im großen Saal: Das soll HighEnd vom Feinsten sein?  Härte 7 in den Stimmen , Klangfarben vermutlich gegen Aufpreis erhältlich, die Authorität einer Midi-Anlage aus mehr als 40 k € Equipment? Und nein , die alte Ausrede auf der Messe klingts eben nicht so gut gilt in dem durchaus passablen Raum nicht . Gilt auch nicht für den Mediamarkt, der bewiesen hat dass B&W Lautsprecher auch mässig tönen können. Das phantastische TV Bild daneben stand in riesigem Kontrast zur ungnädigen Mittenattacke der Marantz-Amps. Geil war das auf alle Fälle nicht.

Neue Entdeckungen

Mit DO Acoustics hat uns Herr Czesany beglückt, mit Zingali wurden wir bei Cayin Audio Distribution und beim Klangstudio Trauner überrascht. Diese italienischen Meisterwerke gepaart mit den Deutsch/Chinesischen Röhren-Kraftwerken von Cayin machten so unglaublich viel Spaß, dass wir nicht nur einmal dorthin zurückkehrten zum Wiederaufladen der Genußbatterie. Ich gestehe ja kein Freund von Hörnern zu sein , da – wie auch auf den Klangbildern . eher weniger konzise Formen Auge und Ohren belästigen . Zingali aber hat den Bogen raus und erfreut das audiophile Ohr mit explosiver Dynamik, dabei feinst abgestimmter Tonalität und ein Weltall voller Zwischentöne, gappart mit wenns sein muss Augenöffnender Direktheit. In der geeigneten Kombination wird hier Röhre und Horn in D’Appolito-Anordnung zum Ohrenschmaus kaiserlicher Güte.

Cayin Röhren

Cayin – Deutsch Chinesische Freundschaft © Martin Wiesinger

Noch unglaublicher war das Debut des Ikea-Schragens als HighEnd Lautsprecher. Mister Klangzone zeigte neben den Audio Physics Rundherumstrahlern seine „Student“ mit dem Markennamen Bushgetta . Die besteht als Grundlage aus dem Tischbock von Ikea, der eine Lautsprecherwand trägt mit großem Basschassis, zwei Mitteltönern und Tweeter. Falls sie jetzt lächeln , Vorsicht. Diese Lautsprecher dürften in mehr als 50 % aller Fälle das zu Hause zu findende Lautsprecherpaar so gnadenlos in die Schranken weisen, dass Ihnen Hören und Sehen  vergeht. Zu einem Preis um den sich der fortgeschrittene HighEndler ein Netzkabel gönnt. Mehr dazu bald bei Klangzone. Herr Klangzone erstellt in seinem Hauptberuf übrigens die Streaming Lösungen für Naim und Projekt Audio, Chapeau!

Last but not least – Head High, Can Jam comes to Vienna

sennheiser Top headphone

50000 € auf die Ohren – Sennheiser’s State of the Art

Dem geradezu unfassbar netten Andreas Franz Pohnitzer von der Kopfhörer-Boutique ist es zu verdanken , dass Wien einen Hauch von Can Jam spüren durfte. Für alle die es nicht kennen , dahinter verbirgt sich eine Mischung aus Ausstellung , Fachworkshop und Gustierlounge zum Thema Kopfhörer. Und zwar umfassend im Portfolio, von ein paar Zerquetschten € bis satten 50000 Euronen , die Sennheiser für das neue Spitzenmodell abverlangt. Ob das OK ist diskutieren wir ein ander mal , klingen tut der Sennheiser so wie die Magico Lautsprecher , einfach endgültig , wie es sich gehört , end -of-discussion mässig gut. Wer Stax , AKG , Sennheiser, HiFiman , Audeze und andere Köstlichkeiten aufs Ohr haben wollte , Voila , hier wurde alles geboten. Und natürlich auch das volle Programm an portable HighEnd DACs , Mini-Amps und so weiter.

Fazit und Laudatio Ludovici

Verwerflicherweise hab ich  Höhepunkte wie Martina Schömer ( die Queen of Garrard) , Tiefpunkte wie die optisch an VEB Lauschangriff erinnernden Hörzone- Wandelemente und vieles andere nicht gewürdigt;  über den haarsträubenden Inhalt der Nubert Demo könnte man eine eigen Glosse verfassen – „Wie uns einmal jemand über Punktortnung im Bass erzählt hat, und wir vor Lachen fast  in Ohnmacht gefallen sind“.

Trotz all dem also sei nun hier vorerst ein Fazit gezogen: Maestro Ludovico von und zu Flich hat uns wieder mal ein wunderbares Wochenende geschenkt ( ja , der moderate Eintrittspreis vs großes Vergnügen gilt als Geschenk) . Mögen die Jammerer zu sich finden und 2016 den Weg zu den Klangbildern. Und alle die es versäumt haben schon jetzt den Kalender vorsorglich mit Klangbildern beschriften. Das ganze Jahr , denn zu Hause geht es ja  mit gutem Sound nonstop weiter.

Nachtrag :

Die Freunde von Fairaudio sehen übrigens einiges ähnlich  🙂 www.fairaudio.de/artikel/2015-messen/klangbilder-wien-2015-hifi-messe-bericht  „Fragen nach der tonalen Neutralität dieser Vorstellung stellen sie diesmal bitte an jemand anderen!“

Auf zu neuen Diskussionen

Es ist wieder soweit , Freitag , den 27. November pilgert das audiophile Völkchen Österreichs + Umgebung ins Arcotel am Kaiserwasser in Wien, um den Klangbildern 2015  beizuwohnen.

Damit wir uns die abgelutschte „Vinyl gegen den Rest der Welt“- Diskussion diesmal sparen . empfehle ich vor dem Besuch eine Rückschau auf vergangenes Jahr :

Es wurde diskutiert 2014: Vinyl, CD oder Streaming

Es wurde diskutiert 2014: Vinyl, CD oder Streaming (Teil 2) 

Und als Beispiel worüber wir reden könnten diesmal, ein Vortrag vom Rocky Mountain Audio Fest 2015 über Computer Audio:

CU at www.klangbilder.eu  

Geekstore – Hartlauer’s neuer Plastik Planet

Online-Start mit außergewöhnlichen Technik-Gadgets und besonderem Angebot. Hartlauer Did it again. So könnte man meinen, wenn man der APA glauben könnte, welche die Neuvorstellung des „Geekstore“ Portals von Hartlauer im Web vollmundig ankündigt.

HiFi Geeks auf der Suche

Und da ich – zugegebenermassen- ein HiFi-Geek bin, war ich natürlich sehr gespannt. Hat er es geschafft zurück zu kommen, der HiFi-Spirit von Hartlauer. Für die jüngeren unter den Lesern: Hartlauer war einmal in Österreich eine der ersten Adressen audiophiler Glückseligkeit. Von Linn bis Backes&Müller, von Luxman bis Thorens ( Projekt gab es damals ja noch nicht) , bei Hartlauer in der Praterstrasse war alles da. Und genauso wie im Fotobereich konnte man dort auch in Sachen HiFi  und  später Mobile erstklassige Beratung und auch Ware finden.

Aber zurück zum Geekstore. Was erwarte ich mir von Harlauer als „eine Person, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen oder fiktionalen Themen auszeichnet, die üblicherweise elektronischer (vgl. Computerfreak) oder phantastischer Natur sind“, wie Wikipedia den Geek so treffend benennt. Na tollen Sound erwarte ich mir, kleine aber feine Wunderboxen , wie sie zB von Totem als KIN  in München vorgestellt wurden, ein „Muso“ von Naim vielleicht, oder einen T7 Bluetooth Lautsprecher von Bowers&Wilkins . Sozusagen die Nikons , Canons und Sonys unter den Soundcubes. Natürlich auch portable DACs von Audioquest, Arcam, Chord oder iFi , Portable Headphone Amps und Musicplayer von Astell & Kern , Fiio oder Wiss. Einige der zuletzt genannten Firmen bieten Produkte deutlich unter 100.- € an, also etwas im Gegenwert von ein paar Kinobesuchen, ein paar Besuche beim Schachtelwirten oder ein (halbes) Konzert .

Plastik Planet at it’s worst.

Und was find ich im Geekstore dann unter „Sound & Mobility“ ? Nada, nix dergleichen, niente. Sondern ich finde den gleichen Plastikmüll, der uns schon bei Mediamarkt, Saturn oder den Red Zack Experten die Tränen in die Ohren treibt (Tivoli ausdrücklich ausgenommen). Das gleiche scheusslich klingende Glumpert, bei dem völlig egal ist ob ein zerquetschter mp3-File , der hochkomprimierte Ö3 Dudelfunk oder ein lausiger Internetstream als Quelle dient, es wird nix mit Freude an Musik, Wippen mit dem Fuß oder Schnippen mit den Fingern. Nur Quäcken überforderter Mini-Chip-Amps die verzweifelt an zu weichen Membranen rütteln und dabei das Plastikgehäuse zum Mit-Kreischen anregen.

Hallo Leute, Österreich sollte das Land der Musik sein, auch wenn uns Conchita grad nicht aus der Bedeutungslosigkeit reisst. In Österreich wurden mal die besten Klaviere der Welt gebaut, wir beheimaten nach wie vor den grandiosesten Konzertsaal des Universums, und das ebensolche Orchester mit dazu. Unsere Beats Meistern sich durch jedes Dorf der Welt, Parov Stelar – ein Oberösterreicher wie Familie Hartlauer – rockt die Parties allerorten und nach wie vor existieren real die wunderbarsten Volksmusik-Ensembles, die uns unsere musikalischen Wurzeln bewahren abseits von Sound of Music Kitsch. Und da ist uns guter Klang nichts wert? Hören wir Musik aus der Einwegdose? Oder hören nicht , weil jeder Ansatz zum Hobby im Dreck erstickt.

 

Klickomat vom Fotoprofi

Kann sich jemand vorstellen dass in der Fotoabteilung von Hartlauer  ein Klickomat um 39.- als Wunder der Fotografier-Kunst angepriesen wird , dass uns Herr Hartlauer eine Auflösung von 3 Megapixel als würdig für gehobenes Interesse an guten Bildern verkauft, oder dass Frau Hartlauer in der Akademie versucht den Unterschied zwischen 50 scheusslichen Plastikdröhnern als Stufen zu höherem Genuss zu verdeutlichen ? Ehrlich gesagt ich kann und mag mir das gar nicht vorstellen.

Nachdem nun schon Kika/Leiner die einmalige Chance vertan hat HiFi und hochwertige Audio/Video Geräte dem pt. Publikum in einer Wohnwelt richtig nahe zu bringen und stattdessen eine schlechte Ramschmarkt-Kopie für „Living“ hält, nachdem auch bei den Red Zacks und Experts dieser Welt alle glauben mit Sonos sei das Ende der Fahnenstange zu höheren Soundweihen erreicht und jedwede Trendumkehr konsequent verschlafen wird , könnte man fast verzweifeln . Noch dazu wo leider viele der wenigen gut hörenden nach wie vor noch meinen Retro zurück zu Vinyl würde einen Weg in die Zukunft bestritten.

Wo sind die „Ja Natürlich“ Biobauern a la Werner Lampert für die Consumer Elektronik , wo die Heinrich Staudinger’s der Audiowelt , die statt Badeschlapfen wieder Lederschuhe anbieten, zwar ein wenig teurer, aber viel länger haltbar und gesünder für Körper und Geist.

Der Herr Hartlauer scheint es nicht zu sein .

 

The Art of Demonstration at HIGH END 2015

For those of you who have not been to the High End Show in Munich: It is a show where all kinds of equipment for music reproduction in your home, or nowadays also for on the road, are presented. Almost all of the companies have their products on display, as well as demonstrate how their products perform live. It is not just any show but THE show for high-end gear. Not only is the product quality at this show staggering, unfortunately so are the prices. Most of the stuff easily sells for 5 digit numbers, but the top gear is even more expensive than that.

Since the consumer visitors of the fair are just as dedicated and demanding as the manufacturers and producers, one would assume that all of the companies put their utmost effort into a great presentation. Since the fair is all about music reproduction equipment, a careful selection of listening examples from a variety of genres, orchestrations, and dynamics play an essential part in the art of the presentation. In other words: contrary to the fashion fairs which also take place at the MOC, the main focus is not on the best visual presentation, but in the best listening experience.

One more thing that is important to know: The show is open for 3 days with 1 extra day for dealers to execute business without distraction from ordinary customers. More than 900 (!) exhibitors present their products on 28.000 sqm ( or 280.000 sq.ft ) , so you will definitely be very busy even if you just want to take a glimpse of what’s on sale this year and see where you should spend your money.

Let’s move on to some disappointing examples of this year’s show, as well as some moments of reaching nirvana.

The ignorance of innovation masters: DEVIALET

Before you keep reading, let me emphasise one thing: I am a big fan and admirer of the french company DEVIALET, who not only brought radical innovation when it comes to sound and design, but also state of the art technology to the high end world and improved the ease of use like no one else before. Therefore, they earn a high position among brands to look out for. Knowing their brand and expertise I expected the presentation to be much more professional than it actually was:

Friday morning: One of the first rooms to open was Devialet’s main listening room , where 4 Devialet stereo amps with more than 3200 watts of power are coupled together in a special setup to pump music into B&W’s top range NAUTILUS speakers. The room was packed with visitors even at an early hour, but no one seemed to care about demonstrating the products. After some time of awkwardly standing around in silence, we were informed that the demonstration would start in about 10 minutes. Customer service gave a few welcoming words to start off the presentation, but it seemed to be foreign policy to the gentlemen representing Devialet. Finally the autistic  young man at the left side of the room started playing the first track from his macbook. The tender voice of jazz vocalist Melody Gardot filled the air. It was very enjoyable at the beginning, but Gardot’s soft and laid-back style is not the best choice when testing the variety of sounds on those excellent speakers. Nor is something you can actively listen to without getting easily bored. After an estimated five minutes (which felt more like an hour) everyone in the room was noticeably relieved the song was finally over. I was expecting the next song to be something more uptempo with more variety in sounds and velocity. Some Rock, Funk, Classical, Pop, Folk, Electronic. Pick any genre! But no… The guy decided it was a great idea to play another slow Jazz ballad, that sounded almost identical to the first song, just with a different female vocalist. Unwilling to sit through another second of the dull presentation I left the room. In the next room, they presented the revolutionary designed PHANTOM speakers. Despite an impressive setup, it was impossible to hear anything due to the chaos in the room.

Unwilling to give up and convinced that DEVIALET’s portion of the fair could still be a success, we returned the next day. We found ourselves sitting in at another listening session in the room where the PHANTOM speakers were on display. The demonstration begins. Again no greeting. No explanation. No Questions. No Answers. Just three guys rom the devialet team playing whatever song comes into their minds. Mostly Disco and Pop tracks.  There were up to 9 speakers in the room, which ridicule every stereo source into a sound mash. I’m not even gonna go into their lack of DJ skills. Straight cuts, no set list. On a positive note there was impressive bass power for such small units. While these speakers may have be ok for under a $1,000 bucks, they did not sound like, from what I’ve calculated, $10,000 quality. My educated guess is that the units were capable of a much better performance, which the hired “professionals” from Devialet were unable to present to us that day. After that sobering experience we moved on to the main room, where eight Devialet amps performed through NAUTILUS  speakers. Again there was some amateur playing from his playlist, but at least there was some variety this time. Later, one of the distributors who had brought some vinyls got to play a few songs. A song by the german pop band “Extrabreit” demonstrated how this top high end equipment can show off the most average music and “Take Five” by Dave Brubeck once more proved to be the best recorded album of the fifties. I guess I would say that this was a good sound system, but I don’t see how this kind of presentation would convince anybody to spend endless amounts of money.

The missed comeback : TECHNICS needs more time and space

The second story of “How to shy away customers and not sell a single speaker” is about an old contender and recently returning brand, called TECHNICS . Some of you might remember Technics as one of the biggest names in the hi-fi industry among Japanese consumers electronic brands, but also for their well-known turntable SL 1200 , which used to be part of almost every club’s equipment all over the world. Technics is a part of Panasonic, formally known as Matsushita Electric which was originally founded in Osaka. About a year ago Panasonic decided to revive the Technics hi-fi brand for high end sets and to get back into the industry of expensive home stereo equipment. Like many other of the presentations at the High End 2015 the Technics show was pre- booking only, but if you were lucky you could get in half an hour before the presentation. The room was so small that only three of the fifteen seats acoustically made sense, and the other ones were either way to close to the speakers or too close to the walls. It took a while until we discovered, because first 10 minutes went to not 1, not 2, but three masters of ceremony who talked for very long, but were not very informative not very informative, about history of technics. The touched on how great the comeback is and how they miss turntables, which maybe would be part of there presentation next year. Think of tupper party after Tupper made a break for 10 years and you get the tonality. A few tracks without any notable meaning of selection did show a medium but not rare quality of sound and lacking of space and detail you would expect for the price range Technics is trying to get back into. To be fair: I don’t know if the equipment isn’t capable of doing exactly what we have been missing. Another educated guess ( having worked for many years at this company in the 1980s of last century, so its very educated in this matter) let me assume it could be that case. But it definitely was not present in that demo. And yes, I know the limits of small rooms, dirty electricity and time constraints at fairs too good to let those be excuses.

Jubilate Mag(nif)ico and Gauder !

Before you think all demos failed miserably at High End Munich I want to start praising two opposite cases. Gauder Akustik, a German state of the art speaker brand had a presentation with all ingredients of joy. Not only was the equipment leaving no doubt that it was worthwhile the little house you get for same price as their top model and accompanying Swiss Soulution electronics. Thomas Hintze,  Gauder’s presenter, a journalist and High End lover, played many rare tracks with very different musical style covering the whole world of classic, Jazz, and powerful demotracks too. How Thomas Hintze explained e.g. the art of American pianist Gary Matsumoto was as entertaining as the piano, which almost felt „real“ in the room. Speed, color, dynamics, everything there as it should. Pure Joy.

There was only one room, which left me even more breathless and – important to say – not because the equipment was just perfect, leaving no room for the slightest question or wish. A pair of Magico Q7 in their new version (MK II) driven by two Mono amps from Solution (which will make your purse over 150 000.- lighter !) was in this room. But the real master here was Joseph Lavrencik, the CEO of Critical Mass Systems, the company behind the state of the art precision audio component support systems aka high end racks, shelves, and footers. With the dedication and dignity to the equipment, the music, the audience, and the developers of these magnificent pieces of gear he celebrated every minute like it needed to be. Extremely carefully selected tracks played from Hires files, CDs and vinyl uncovered the beauty and capability of the setup. From middle age to „Dead can dance”, no corner was left in the dark and no moment to long or too short. He played full tracks if necessary, and faded out others who would not bring new or more information. He disappeared during play into the side corner just to carefully watch the audience and appear again to play what needed to be played next. The whole scenario had a sacred atmosphere. Nobody would have dared to talk or stand up during the ceremony if not really necessary.

It’s about respect

It is this respect I need to have in a demo. Respect for the precious time of the visitors, who are entitled to get decent insight into what to expect when they think about buying such a thing, or at least saving their money until they can afford to make the purchase. Respect for the countless hours developers and manufacturers have spent to build these equipment. Respect for artists, sound engineers and mastering experts who produce such a nice pieces of music. And maybe this is the reason why I’m really angry with all of the bad presentations. How can you dare to downgrade the work of engineers, spending days and nights in endless search for perfection? How can you slap customers in the face with ignorance, after they travelled many hundreds of kilometres maybe, spending money for the trip, hotel and too much for bad food? For me its responsibility of the management to make sure their company is represented in a decent way. It’s simply not enough to spend money for oxygen free copper, Burr Brown DACs, Hyper power cleaners, colourful posters, flower arrangements, or acoustic treatment. A powerful demonstration will spread the word for years, a bad one too.