Beginnen wir den angenehmen Teil wo wir Teil 1 gerade verlassen haben, bei Matsushita aka Technics/Panasonic. Im Unterschied zu den HiFi Kollegen war nämlich die Präsentation der TV Geräte großartig. Ein überaus kompetenter Berater, offen und ehrlich, Kenntnisreich in den aktuellen Modellen genauso wie denen der abgelaufenen Jahre, unaufgeregt, zuhörend, Herz was willst du mehr. Dass er auch bei Audio firm war ergänzt das Bild. Die Demofilme von aussergewöhnlicher Delikatesse, alles perfekt eingestellt und nachvollziehbar. Sorry Sony und Samsung, für dieses mal habt ihr verloren, we go for Panasonic.

Wenn wir schon von unaufgeregt wunderschön sprechen, kommt Manger ins Spiel. Klarer Sound in exzellenter Verpackung, eine Präsentation, die fast zu unaufgeregt war, aber jedes Wohnzimmer danach lechzen lässt. So muss HiFi um im Jahr 2017 wieder zum Zug zu kommen . Und wenn wir schon von wunderschön sprechen kommt auch sofort Alluxity aus Dänemark in den Sinn und dazu einer der ersten absoluten Höhepunkte der HighEnd 2017, die gemeinsame Performance mit Joseph Audio. Ich hoffe sie kennen das, man wird konfrontiert mit einem Song der hundertfach rauf und runter zu hören war und trotzdem ist es so als wäre zum ersten Mal erlebbar wie schön diese Aufnahme wirklich ist, wie herrlich farbig der Coal Train von Hugh Masekela daher dampft, wie hart die Gitarre geslapt wird und wie warm die Stimme ist im Vergleich zur goldig klingenden Trompete. Um alle nun vollständig zu verwirren: Der Tonträger war ein Tonband diesmal, offenbar eine Art Masterband-Kopie ungeahnten Klangreichtums. Solche Momente sind es die uns das HighEnd leben so wünschenswert machen.

Naim war wieder einmal mit Britischem Understatement zugegen in der Art „ Wir brauchen euch nix hören zu lassen, ihr wisst wie gut wir sind“. Boenicke hingegen zeiget auch diesmal in einem riesigen Raum wie man mit winzigen Lautsprechern den Saal füllen kann mit Musikalität und Freude. Wollen wir aber zurück kommen zum Thema Präsentationen.

Gauder erfüllte wieder einmal alle Vorraussetzungen edelster Präsentationskunst im Person von Thomas Hintze. Wie dieser Mann aufmerksam neben der Anlage sitzt, akribisch die Reaktion des Publikums checked und darauf hin den nächsten Vorführhit landet ist schlicht und einfach sagenhaft, große Klasse.
Große Klasse auch wieder einmal von Joseph Lavrencik, dem CEO von Critical Mass Systems. Die Hingabe mit der der Meister einen schlichten Vorgang des Umsteckens eines Lautsprecherkabels erledigt ist so als würde bei Tiffany der Koh-I-Noor neu gefasst. Die LP oder CD in seiner Hand signalisiert schon beim Auf- bzw. Einlegen: Hier kommt das Wunder Musik zu euch, liebe Gemeinde, auf das ihr erlöst werdet. Amen.

Mit übergroßer Freude geht auch Vince Bruzzese von Totem Acoustics Canada seit vielen Jahren ans Werk, spielt dass es geradezu Freude macht, und wenn man meint besser gehts nimmer, leiten die Worte „lets play some more dynamic sound“ eine Phase ein, bei der a) die Lautsprechermembrane fast 5 cm weit aus dem Gehäuse lugt, b) dem Verstärker signalisiert wird, doch bitte ein paar Ampere mehr zur verfügung zu stellen und zwar urplötzlich, und c) der Klang überraschenderweise nicht den geringsten Stress vermuten lässt und absurdeste Pegel locker über sich ergehen lässt. Dabei dreht Vince dann noch die Lautsprecher wie wild hin und her um zu zeigen wie wenig kritisch die Aufstellung ist . Großes Kino.

Nur ein Mann war noch besser, nicht großes Kino sondern große Bühne in Shakespearischer Manier. Dabei hatte der über das wohl langweiligste Teil einer HiFi-Anlage zu berichten, die Netzverteiler samt Strom- und Spannungsfilter. Und wer jetzt glaubt das wäre mit einem Satz zu erledigen ist völlig falsch. Eine unterhaltsame und informative halbe Stunde lang, zeigt Garth Powell, AudioQuest Direktor für Power Products wo der HiFi Bartl den Most holt. Inhaltlich hochinteressant, populärwissenschaftlich aufgelöst, Drama wie eine Königin und 4 Musikbeispiele von „ohne“ bis „wenns sie es sich noch leisten können haben wir auch das“. Die einzige Frage die bleibt ist, wie überrede ich meine Bank den Kreditrahmen zu erhöhen für den Ankauf.

Womit wir auch zum Höhepunkt kommen der diesjährigen HighEnd München und ich freue mich sagen zu können, der war diesmal österreichisch. Audiodata aus Salzburg konnte mit einer absolut edlen schlichten Präsentation zeigen wie weit die Perfektion ihrer Kette aus ToneArt Plattenspieler, Soulution Elektronik und Art One Lautsprecher gediehen ist. Meine Hochachtung, Salzburger Klangfestspiele internationalen Formates.
On Top aber war für uns diesmal die Wiener Lautsprecher Manufaktur. Den von sich und seinen Musikkenntnissen ein wenig zu sehr überzeugten Präsentator wollen wir einmal vergessen, mitsamt der dritten Reihe der Komponisten die er uns nahe bringen wollte. Aber der Klang ! Luftig, leicht, Feenhaft zu Beginn, musikalisch bis in die Knochen. Zugleich aber eine unbändige Klanggewalt der große Geste, die Richard Wagner die Tränen in die Augen getrieben hätte, dem Herrn Karajan sowieso. Wie bei Magico geht hier die Wiedergabe weit über Frequenzgang und Amplitude oder THD hinaus, hier spricht der Musikvereinssaal zu uns oder das House of Rock, wir sind Live at the Roxy oder im Wembley Stadium. Oder bei 2L in der Kirche, wenn sie wissen was ich meine. Der Preis für Best of Show gebührt damit meiner bescheidenen Meinung nach dieses Jahr WLM. Wenn die noch einen Vetrieb zustande bringen, regieren sie die HighEnd Welt.

Teil 3 der diesjährigen Berichterstattung ist eher starker Tobak, da werden Grundfesten erschüttert.